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Operationsbuch wichtigste Quelle im Fall Aribert Heim

Der Historiker und Autor Stefan Klemp hat vergangenen Freitag in Berlin sein Buch „KZ-Arzt Aribert Heim – Die Geschichte einer Fahndung“ vorgestellt. Darin schildert Klemp die Suche nach dem einstigen KZ-Arzt, der immer wieder einer Verhaftung entging und dessen angeblicher Tod Anfang der Neunziger Jahre bis heute nicht bestätigt werden konnte. Für sein Buch recherchierte Klemp auch beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen. Hier liegt im Archiv eine Kopie des Operationsbuches aus dem Konzentrationslager Mauthausen vor mit Unterschriften von Heim. Das Buch ist die wichtigste authentische Quelle im Fall Aribert Heim.

Zwischen dem 8. Oktober und 30. November 1941 hat Heim in dem OP-Buch insgesamt 268 Operationen handschriftlich abgezeichnet. Die besonders bestialische Art, mit der er bei diesen Operationen zahllose KZ-Häftlinge ermordete, hat ihm die Beinamen „Dr. Tod“ und der „Schlächter von Mauthausen“ eingetragen. Nach dem Krieg lebt der Österreicher als unbescholtener Bürger in Deutschland. Er eröffnet eine Praxis, gründet eine Familie, spielt Eishockey und erhält die deutsche Staatsbürgerschaft. Erst im September 1962 erfolgt ein Haftbefehl. Heim wird gewarnt und setzt sich ab.

Seitdem gilt Heim als einer der meistgesuchten NS-Verbrecher. Immer wieder gab es Hinweise, dass er sich in Ägypten oder in Südamerika aufhalte. Zuletzt recherchierte das ZDF in Zusammenarbeit mit der New York Times, dass Heim angeblich 1992 in Kairo gestorben sei. Die Geschichte der jahrzehntelangen Suche wie auch die vielen Versuche, Spuren zu verwischen und die Ergreifung des NS-Täters zu verhindern, stehen im Mittelpunkt von Klemps Buch. „Es bleiben viele Fragen offen“, sagt der Autor, der sich in den vergangenen Jahren für das Simon-Wiesenthal-Center an der Fahndung nach Heim beteiligte. „Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.“