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Organisation nach der Befreiung

Am 29. April 1945 erhielt die US-Armee den Marschbefehl zur Befreiung des Konzentrationslagers Dachau und traf dort auf die rund 32.000 teils schwerkranken Überlebenden. Direkt am folgenden Tag fand die „1. Sitzung des Internationalen Häftlings-Komitees im befreiten Lager Dachau“ statt. Zuvor hatte das Komitee als geheime Widerstandsgruppe existiert.

Das Protokoll der ersten Sitzung vom 30. April 1945 dokumentiert das Selbstverständnis der ehemaligen Häftlinge, ihr Schicksal unverzüglich selbst in die Hand zu nehmen und Strukturen aufzubauen. Das war schwer genug in den katastrophalen Verhältnissen des von NS-Terror, Hunger, Fleckfieber und Typhus geplagten Lagers. Sicherheit, Versorgung und Hygiene waren die beherrschenden Themen. Am 1. Mai 1945 organisierten die ehemaligen Häftlinge eine Feier zum „Tag der Befreiung, der Freundschaft und Verbrüderung“. Die zentrale Botschaft lautete: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“

Der International Tracing Service (ITS) bewahrt in seinem Archiv nicht nur die Protokolle der Sitzungen, sondern den gesamten Bestand der für Wissenschaft und Forschung interessanten Dokumente des Internationalen Häftlings-Komitees Dachau.