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Projekt zu Grabstätten sowjetischer Kriegsgefangener

Die Dokumentationsstelle Dresden plant nach einem Gedenkbuch über „Grabstätten sowjetischer Bürger auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen" eine weitere Veröffentlichung zu Grabstätten in Bayern. „Hierfür wäre die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Suchdienst überaus hilfreich“, sagte Dr. Alexander Haritonow, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Dokumentationsstelle. Er kam zu einem eintägigen Besuch nach Bad Arolsen, um Gespräche über sein Projekt zu führen und sich über den Stand der Digitalisierung zu erkundigen.

„Ich habe viele gesehen und interessante Erfahrungen gemacht“, so Haritonow. „Seit meinem letzten Besuch vor einigen Jahren hat sich einiges getan.“ Vor allem die Meldungen der bayerischen Gemeinden aus der Nachkriegszeit über Grabstätten von Ausländern, die sich inzwischen komplett in der Datenbank des ITS recherchieren lassen, seien für das geplante Gedenkbuch von Interesse. Zudem könnte der ITS Anmerkungen wie „begraben auf dem Lagerfriedhof“, die sich häufig auf den in Dresden zur Recherche herangezogenen Wehrmachtskarteien fänden, mit Angaben zum Kriegsgefangenenlager und dem späteren Umgang mit den Lagerfriedhöfen ergänzen. „Das Interesse in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion an Informationen über den Verbleib von einstigen Kriegsgefangenen ist enorm“, berichtet Haritonow. „Mit Hilfe unserer Veröffentlichungen per Buch und Internet können die Angehörigen genau sehen, in welchem Lager die Soldaten inhaftiert waren, wo sie begraben wurden und wie der Friedhof heute aussieht.“

Die Dokumentationsstelle - Widerstands- und Repressionsgeschichte in der NS-Zeit und SBZ/DDR - ist eine historische Forschungseinrichtung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Zu den Arbeitsbereichen zählen unter anderem die Widerstands- und Repressionsgeschichte der Zeit des Nationalsozialismus und die Schicksalsklärung von sowjetischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen, werden aber auch an die Hinterbliebenen weitergegeben, die auf diese Weise lang ersehnte Hinweise auf das Schicksal ihrer Angehörigen erhalten.