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Projekt zu jüdischen Häftlingen in Amersfoort

Der niederländische Forscher Maarten Jan Vos hat Mitte März zwei Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) für ein Projekt der Gedenkstätte Amersfoort gearbeitet. Dabei geht es ihm um das Schicksal der jüdischen Häftlinge des ehemaligen Durchgangslagers. „Die Anzahl der inhaftierten Juden in Amersfoort war gering, und es ist wenig darüber bekannt“, berichtete Vos. Dies will der Historiker jetzt ändern.

Vorausgegangen war ein Besuch des Direktors der Gedenkstätte von Amersfoort, Maurits Nibbering, beim ITS im Januar 2009. Er hatte sich zusammen mit einigen Kollegen einen Überblick über die Dokumentation des Lagers beim ITS verschafft. Zugleich hatte Nibbering angekündigt, dass er die Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätte und ITS vertiefen wolle und die Arolser mit einigen Mitarbeitern aus den Niederlanden in Zukunft rechnen könnten.

Vos war nun der erste Mitarbeiter, der im Auftrag der Gedenkstätte beim ITS forschte. „Die ersten 30 Namen von jüdischen Häftlingen habe ich inzwischen geprüft“, so der Historiker. „Viele Auskünfte aus anderen Archiven fand ich bestätigt, für andere Opfer konnte ich beim ITS zusätzlichen Informationen finden, wie etwa Sterbedaten.“ Das Camp in Amersfoort war ein Durchgangslager unter Aufsicht der deutschen Polizei. In der Zeit von 1941 bis 1945 waren hier über 35.000 Personen vorübergehend inhaftiert.

Politische und religiöse Häftlinge sind überwiegend in die Konzentrationslager Neuengamme, Buchenwald und Sachsenhausen transportiert worden; jüdische Häftlinge nach Westerbork. Für eine kurze Zeit galt das Durchgangslager als Außenlager des Konzentrationslagers Herzogenbusch. Da vor der Befreiung ein Großteil der Akten vernichtet wurde, lassen sich keine genauen Angaben über die Gesamtzahl der Häftlinge sowie über die Todesfälle machen.

Die Recherche beim ITS war für Vos dennoch ergiebig. „Meine Ergebnisse fließen in eine Publikation ein, die voraussichtlich im Mai 2009 von der Gedenkstätte Amersfoort veröffentlicht wird“, so Vos. Auch ein Kongress über jüdische Häftlinge in Amersfoort sei in Planung.