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Projekt zum KZ-Außenlager Horgau

Claudia Ried und Wolfgang Kucera haben zwei Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen Unterlagen von Häftlingen des KZ-Außenlagers Horgau gesichtet. Die Arbeit resultiert aus dem Projekt „Zeigefinger weg – Arbeitshandschuhe raus“, das sich mit dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Dachau im Wald von Horgau beschäftigt. „Wir wollen die Geschichte um das Außenlager Horgau möglichst umfangreich recherchieren“, berichten die beiden Historiker.

„Angefangen hat das Projekt durch Sozialpädagoge Markus Sailer" erzählt Kucera. "Dieser hat sich gemeinsam mit Schülern des Kreisjugendring Augsburg-Land sowie der Realschule Neusäß mit den Überresten des Lagers im Wald zwischen Horgau und Adelsried beschäftigt." Verschiedene Einzelpersonen sowie die Kultur- und Heimatpflege des Landratsamts Augsburg haben sich währenddessen eingeklinkt.

Das KZ-Außenlager Horgau wurde Anfang 1945 von Häftlingen aufgebaut und diente der Rüstungsindustrie. Im Lager sollten Teile für den Düsenjäger ME 262 von den Häftlingen hergestellt werden. Rund 300 Inhaftierte wurden im März 1945 von Bergen-Belsen nach Horgau transportiert. Am 4. April 1945 wurde das Lager aufgelöst und die Insassen nach Augsburg und Dachau gebracht.

„Beim ITS konnten wir einige neue Erkenntnisse gewinnen“, sagt Ried. „Die Unterlagen beweisen, dass einige Häftlinge geflüchtet oder aber auch in Horgau verstorben sind. Das wussten wir vorher nicht.“ Lagerkarteien, Transportlisten sowie individuelle Unterlagen zu den Häftlingen konnten Ried und Kucera während ihrer Recherche einsehen. „Die Biografien der einzelnen Insassen können anhand der ITS-Dokumentation besser nachgezeichnet werden“, ergänzt der 51-Jährige Augsburger. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit in einer Broschüre sowie auf Schautafeln am Ort des Geschehens zugänglich gemacht.