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Publikation über das KZ-Außenlager Barth

Historikerin Natalja Jeske hat für den Förderverein Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth zwei Tage Informationen beim Internationalen Suchdienst (ITS) gesammelt. Diese wird sie für eine neue Publikation über das KZ-Außenlager Barth auswerten. „Für eine komplexe Recherche ist der Besuch beim ITS perfekt“, sagte Jeske.

Vor drei Monaten hat die Historikerin damit begonnen, das in Barth vorhandene Material zu sichten. „Viele Aussagen von Zeitzeugen, Berichte und Informationen liegen in Barth bereits vor“, so Jeske. Diese wurden aus mehreren Archiven und durch Kontakte zu Überlebenden zusammen getragen. Jetzt wertete die Rostockerin erstmals die Dokumente des ITS für den Förderverein aus. „Ich wollte mehr über die Schicksale einzelner Häftlinge herausfinden. Vor allem dank der Kombination von Originaldokumenten und Korrespondenzakten aus der Nachkriegszeit bieten die Unterlagen des ITS einen guten Einblick“, berichtete Jeske.

Auch in den allgemeinen Sachdokumenten zum KZ-Außenlager Barth, das zum Konzentrationslager Ravensbrück gehörte, wurde Jeske fündig. „So waren beispielsweise Auszüge aus dem Blockbuch I des Frauenlagers Ravensbrück für meine Arbeit interessant“, so die Historikerin. Die ersten Häftlinge von Buchenwald trafen im November 1943 im Außenlager ein. Sie mussten als Zwangsarbeiter in den Heinkel-Flugzeugwerken arbeiten, die nach heftigen Luftangriffen von Rostock nach Barth verlegt worden waren. Auch das Kriegsgefangenlager „Stalag Luft I“ befand sich in der Gegend. Dieser Bruch der Genfer Konvention bewahrte die Kreisstadt Barth vor einer Bombardierung durch die Alliierten.