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Recherche für das NS-Dokumentationszentrum München

Im Auftrag des geplanten NS-Dokumentationszentrum München hat die Historikerin Dr. Susanne Meinl in den vergangenen Wochen im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. „Ich sichte zunächst die umfangreiche Dokumentation und suche die für uns wichtigen Bereiche heraus“, so Meinl. Das NS-Dokumentationszentrum München ist ein Projekt der Landeshauptstadt München in Verbindung mit dem Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, einen historisch-politischen Lernort für die Zukunft zu gestalten.

Chronologisch teilen sich die Themenschwerpunkte der geplanten Ausstellung in drei Bereiche auf: die Frühphase der NS-Bewegung, die Regimephase 1933-1945 sowie die Auswirkungen und die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur nach 1945. „Wir sammeln Informationen weltweit in verschiedenen Archiven, angefangen im Stadtarchiv München, über den ITS, das US Holocaust Memorial Museum in Washington bis hin zu Yad Vashem in Jerusalem“, berichtet Meinl.

In den nächsten Wochen werden weitere Kollegen aus München beim Suchdienst nach Informationen forschen. Dabei werden sie auf die Vorrecherchen von Meinl zurückgreifen. „Der Umfang an für uns relevanten Dokumenten beim ITS hat mich überwältigt.“ Dazu zählen unter anderem Deportationslisten aus München, Unterlagen aus bayerischen DP-Camps sowie der Bestand zum Verein Lebensborn, dessen Zentrale in München war. „Anhand der Dokumente können wir Abläufe und Strukturen gut rekonstruieren“, so die Historikerin. „Wir werden sicher auch die eine oder andere neue Entdeckungen hier machen, weil wir die Unterlagen unter einem speziellen Gesichtspunkt betrachten.“

Der Nationalsozialismus nahm in München seinen Anfang. Die in 1919 gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), in die auch Adolf Hitler eintrat, war Vorläufer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Da München in den 1920er Jahren ein Zentrum für antidemokratische Kräfte war, fiel die Propaganda der NSDAP auf fruchtbaren Boden. Nach der Ernennung zum Reichskanzler in 1933 verlieh Hitler München den Beinahmen „Hauptstadt der Bewegung“. 2013 soll das Dokumentationszentrum eröffnet werden.