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Recherche für „Gedenkweg Buchenwald Bahn“

Eine Transportliste mit den Namen von 200 Kindern und Jugendlichen führte Holger Obbarius und Torsten Jugl von der KZ Gedenkstätte Buchenwald zum Internationalen Suchdienst (ITS) nach Bad Arolsen. Zwei Tage recherchierten sie im Archiv des ITS nach den Biografien und Schicksalen der Sinti und Roma Kinder. „Unsere Arbeit ist eine Vertiefung des Projekts ‚Gedenkweg Buchenwald Bahn‘“, berichtet Pädagoge Obbarius. „Der ITS birgt in seinem Archiv viele Informationen für unsere Arbeit.“

Auf Initiative des „Projekts Spurensuche“ wurde 2007 ein Gedenkweg auf der ehemaligen Trasse der Buchenwald Bahn angelegt. Die SS hatte von Häftlingen in 1943 eine zehn Kilometer lange Bahnlinie zum KZ errichten lassen. Seit Beginn des Jahres 1944 wurden die Gefangenen auf diesem Weg zur Zwangsarbeit in die Außenlager deportiert oder wurden so in Vernichtungslager abgeschoben. Der Gedenkweg soll an die vielen Schicksale der Deportierten und der Verknüpfung des Lagers zur Außenwelt erinnern.

„Bei der Vertiefung des Projekts geht es nun darum, Gedenksteine für einen Teil der unzähligen Deportierten entlang des Gedenkweges zu setzen“, so Obbarius. Dafür hat sich die Initiative des „Projekts Spurensuche“ auf die Transportliste vom 26. September 1944 von 200 Sinti und Roma Kinder geeinigt. „Diese Kinder kamen in einem größeren Transport von Auschwitz nach Buchenwald und sollten dann wieder zurückgeschickt werden“, weiß der Gedenkstättenmitarbeiter. „Zu 99 Prozent ein Transport des Todes.“ Doch bei einer ersten Vorrecherche in Arolsen trafen Obbarius und Jungl auf einen Hinweis der besagt, dass zumindest einen Überlebenden des Kindertransports gegeben hat. „Wir hoffen nun auf weitere“, so Obbarius.

Die pädagogische Abteilung der KZ Gedenkstätte Buchenwald hat in ihren vergangenen Sommercamps, die regelmäßig in Kooperation mit der Vereinigung Junger Freiwilliger, der Aktion Sühnezeichen und dem Service Civil International stattfinden, die ersten 70 Gedenksteine gestalten und setzen können. „Bei der Gestaltung und Verlegung tauchten Fragen nach den Schicksalen der Kinder und Jungendlichen auf. Im Archiv des ITS haben wir jetzt Häftlingspersonalkarten, Schreibstubenkarten und viele weitere Hinweise finden können“, so Jungl, Archivar der KZ Gedenkstätte Buchwald.