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Recherche für griechische Gedenkstätte

Veroniki Finitsi hat beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen das Schicksal von griechischen Häftlingen recherchiert. Dabei ging es ihr schwerpunktmäßig um die Vervollständigung der vorhandenen Daten über die rund 400 Männer, die aus Heraklion/Kreta verschleppt worden sind. „Mit meiner Arbeit kann ich den Aufbau einer Gedenkstätte in der Stadtmauer von Heraklion unterstützen“, freut sich Finitsi.

Im Juni 1943 wurden auf der griechischen Insel Kreta Männer, die Widerstand gegenüber dem Nationalsozialismus geleistet hatten, verhaftet. Bis zu ihrer Verschiffung wurden sie im Durchgang der Stadtmauer von Heraklion konzentriert und festgehalten. „Unter diesen Männern war auch mein Großvater“, berichtet die Griechin. „Die Gefangenen wurden hauptsächlich über Athen, Thessaloniki und Jugoslawien in das KZ Mauthausen verbracht“, so Finitsi weiter.

Von den wenigen Überlebenden gab es erste Anhaltspunkte und Namenlisten der verschleppten Männer. Fintisis Vater, der hauptsächlich an dem Aufbau der Gedenkstätte arbeitet, hat Kontakt zu einigen Opfern sowie anderen Gedenkstätten geknüpft. „Da die Männer überwiegend in Mauthausen inhaftiert waren, haben wir von dort eine Liste mit Namen griechischer Inhaftierter erhalten“, erzählt die 39-Jährige. „Anhand dieser Liste recherchiere ich diese Woche beim ITS.“ Während ihrer Arbeit stößt sie immer wieder auf neue Hinweise. „Die jeweiligen Arbeitskommandos sowie der zeitliche Verbleib der Häftlinge sind neue Informationen für mich“, so Finitsi.

Auch für ihren Großvater Stefanos findet sie Unterlagen im Archiv des ITS. Der in Alatsata geborene Grieche wurde im Alter von 33 Jahren verhaftet und ins Konzentrationslager Mauthausen verschleppt. Nachdem er im Kommando Schlier zur Zwangsarbeit eingeteilt wurde, verstarb er ein Jahr später im „Erholungslager“ Schloss Hartheim. Die SS nutzte die Bezeichnung „Erholungslager“ als Tarnung für Euthanasieanstalten.