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Recherche für KZ-Gedenkstätte Schwäbisch Hall-Hessental

Manfred Krey recherchiert ehrenamtlich für die KZ-Gedenkstätte Schwäbisch Hall-Hessental beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen – bisher kommt er bereits auf 200 Stunden. „Ich konnte die Liste der Häftlinge um 170 neue Namen ergänzen“, freut sich Krey. „Insgesamt waren mehr als 800 überwiegend polnische Juden in Hessental inhaftiert. Nun sind uns rund 650 Schicksale bekannt.“

Das KZ-Kommando Hessental unterstand organisatorisch dem KZ Natzweiler-Struthof und bestand sechs Monate. „Der erste Transport traf am 14. Oktober 1944 mit 600 Häftlingen ein“, berichtet Krey. „Die polnischen Juden, die zuvor in den Arbeitslagern in Radom und Umgebung für die deutsche Besatzung gearbeitet hatten, wurden über Auschwitz und Vaihingen/Enz nach Hessental transportiert.“ Zwei weitere Transporte trafen im November und Dezember 1944 ein und erhöhten die Anzahl der Häftlinge auf mehr als 800.

Beim ITS vervollständigt Krey die Daten der Hessentaler Häftlinge und ergänzt die vorhandene Liste mit neuen biografischen Daten. „Ich habe eine Kartei des KZ Natzweiler durchgesehen, die nach Häftlingsnummern sortiert ist. Wenn ein Hinweis auf Hessental verzeichnet war, habe ich mir Notizen gemacht.“

Die Insassen wurden gegen eine tägliche Gebühr von der SS zur Zwangsarbeit beim Fliegerhorst Hessental eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Bombenschäden auf der Rollbahn zu beseitigen und benutzbar zu halten. Durch die brutalen Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Misshandlungen und Morde starben 182 Häftlinge. „Bisher konnte ich nur die Namen von 89 Ermordeten zusammentragen“, erzählt der 74-Jährige. „Darin sind auch neun auf dem Todesmarsch umgekommene Männer.“

Die KZ-Gedenkstätte Hessental wurde am 5. April 2001 eröffnet. Ein Stelenfeld auf dem ehemaligen Appellplatz des Lagers symbolisiert die Opfer. Die auf den Stelen angebrachten Tafeln verzeichnen die bisher bekannten Namen und nennen ihren Herkunftsort sowie ihr Alter zum Zeitpunkt der KZ-Haft.