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Recherche für Projekt Stolpersteine

Für das Hamburger Projekt Stolpersteine haben Maike Grünwaldt und Christa Fladhammer beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen eine Woche lang circa 230 Namen recherchiert. „Wir wollten sehen, welche zusätzlichen Informationen wir beim ITS finden können“, sagten die beiden ehrenamtlichen Forscherinnen. Seit 1995 erinnert das Projekt Stolpersteine bundesweit an Opfer des Nationalsozialismus an deren früheren Wohnorten.

Die beiden Hamburgerinnen widmen sich speziell den während des Nationalsozialismus verschleppten und ermordeten Juden aus der Isestraße im Stadtteil Harvestehude. „In dieser Straße haben bis 1938 viele jüdische Mitbürger gewohnt“, berichtete Grünwaldt. „Wir wollen die Steine mit Lebensgeschichten verbinden.“

Über 2000 Stolpersteine hat die Hamburger Initiative seit Sommer 2002 bereits verlegt. Vor den einstigen Haustüren erinnern quadratische Gedenksteine aus Messing, auf der die Lebensdaten eines Opfers eingraviert werden, an die ermordeten Juden. Oft veranlassen Angehörige oder die heutigen Bewohner eines Hauses die Verlegung von Stolpersteinen. Aber auch dank Spenden von Unternehmen konnte an Betroffene erinnert werden. Eine Reihe von Geschichtswerkstätten sowie ehrenamtliche Mitglieder tragen die Opferdaten zusammen.

Neben dem Einlassen der Stolpersteine werden im Auftrag der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung und dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden auch Kurzbiografien zu den Opfern des Holocaust verfasst. Daher waren die T/D-Akten (Tracing/Documents) des ITS mit der Korrespondenz von Familienmitgliedern von besonderem Interesse für die beiden Hamburgerinnen. „Diese Akten sind hilfreich für unsere Arbeit, da sie häufig noch zusätzliche Informationen zum Lebensweg und zur Verfolgung enthalten“, so Fladhammer.

In der Anfangsphase des Projektes haben die ehrenamtlichen Forscher überwiegend auf die Anfragen im Amt für Wiedergutmachung zurückgegriffen. „Aufgrund dieser Dokumente und der Einsicht in die im Staatsarchiv Hamburg vorhandenen Kopien von Deportationslisten haben wir schon viele Daten zu jüdischen Opfern ermitteln können“, sagte Fladhammer. „Weitere Details zu Berufsangaben oder zu Deportationen können wir mithilfe des ITS jetzt ergänzen“ fügte Grünwaldt hinzu.

Weitere Informationen zum Projekt Stolpersteine: www.stolpersteine-hamburg.de