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Recherche zu Außenkommando Kochendorf

Klaus Riexinger, Journalist und Politologe, von der Miklos-Klein-Stiftung in Bad Friedrichshall hat drei Tage im Archiv des International Tracing Service (ITS) nach Informationen zum Außenkommando Kochendorf des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof recherchiert. „Als Fazit kann ich festhalten, dass durch den Besuch vier weitere Transporte, die im Zusammenhang mit dem KZ Kochendorf stehen, lückenlos dokumentiert werden können“, so Riexinger. „Auch die Todesmeldung des Häftlings Miklos Klein, nach dem unsere Stiftung benannt ist, konnte ich finden.“

Klein war ein jüdischer Häftling, der im Lager vor den Augen der anderen Insassen gehängt wurde. Im Wochenbericht der letzten Septemberwoche 1944 steht unter besondere Vorkommnisse: „Der ungarisch-jüdische Häftling Nr. 18.057. - Klein Miklos - begeht auf seiner Arbeitsstelle Sabotage durch Unterbrechung der Lichtleitung.“ „Das ist eine Anschuldigung, die nie bewiesen wird und Klein das Leben kostete“, berichtet Riexinger. „Er wurde zu einer zentralen Figur im Lager und zu einem Symbol für die grausamen Vorgänge im KZ.“

Der Journalist und Politologe konnte neben den Transportlisten und der Todesmeldung auch Arbeitseinsatzlisten von Häftlingen, Überstellungen zu anderen Außenkommandos sowie Wochenberichte des Lagers finden. „Eine ganze Reihe von Dokumenten der Frühphase des KZ Kochendorf liegen unserer Stiftung aus früheren Forschungen vor“, so Riexinger. „Die Neugierde auf den ITS wuchs durch einen Hinweis auf die Unterlagen zum Thema Todesmärsche.“

Das Außenkommando Kochendorf befand sich auf der Gemarkung von Bad Friedrichshall-Kochendorf von September 1944 bis März 1945. Rund 2000 Häftlinge aus etwa 21 Nationen wurden hier inhaftiert und in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Bis Ende März 1945 und auf dem anschließenden Todesmarsch kamen insgesamt über 440 Häftlinge ums Leben.