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Recherche zu DP Camp

Juniorprofessor Dr. Adam Seipp hat für sein Buchprojekt „Strangers in the Wild Place: Americans, Refugees, and Germans, 1945 – 55“ zwei Tage Unterlagen von Displaced Persons (DP) sowie historische Dokumente beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen eingesehen. Seipp lehrt und forscht an der Texas A&M Universität Geschichte. Für sein neustes Projekt hat er bereits mehrere Archive, Museen und Institutionen besucht sowie Interviews mit Zeitzeugen geführt. „Die Dokumente beim ITS sind überaus hilfreich für meine Arbeit. Sie lassen die Schicksale in meinem Buch lebendiger werden“, berichtet Seipp.

Die Arbeit des Historikers baut auf dem Buch „The Wild Place“ von Kathryn Hulme auf. Hulme war als Direktorin bei der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration/Amt der Vereinten Nationen für Nachkriegshilfe und Wiederaufbau) im DP-Camp Wildflecken tätig. „In ihrem Buch schildert Hulme ihre Erfahrungen aus der Zeit als Direktorin im Camp“, so der Historiker. „Ich werde hingegen das Umfeld mit einbeziehen.“

Im DP-Camp Wildflecken waren zirka 15.000 Überlebende aus befreiten Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft untergebracht. Das Camp befand sich nicht in der Randlage eines Ortes sondern die DPs lebten vielmehr inmitten der Bevölkerung. „Während in großen Teilen der bisherigen Forschung über DP-Camps diese als ‚Insel’ dargestellt werden, liegt mir mehr an einer Erfassung des Umfelds und des Zusammenspiels der verschiedenen sozialen, politischen und kulturellen Aspekte“, erzählt Seipp.

Beim ITS überprüfte der Amerikaner Namen von ehemaligen DPs, um ihre genauen Verfolgungswege darzustellen. „Ich habe Fotos auf Registrierungskarten finden können sowie weitere Informationen zu den Verfolgungsschicksalen. Durch diese Geschichten werden die Leser einen lebendigen Eindruck aus der Nachkriegszeit bekommen“, freut sich der 33-jährige Professor. „Die Öffnung der ITS-Archive bedeutet für uns Historiker einen neuen Zugang zu noch fast unerforschten Dokumenten. Es war für mich eine wunderbare Gelegenheit beim ITS zu recherchieren.“