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Recherche zu Häftlingskrankenbau Buchenwald

Der Jenaer Student Ralf Leipold hat im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen Unterlagen zur Geschichte des Häftlingskrankenbaus im Konzentrationslager Buchenwald gesichtet. Seine Erkenntnisse sollen zum Ausbau des pädagogischen Angebots der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beitragen. „Der Umfang an Unterlagen beim ITS ist überaus gut. Ich verschaffe mir in den vier Tagen einen tieferen Einblick in die Dokumentenbestände.“

Leipold studiert an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena Geschichte, Geographie und Erziehungswissenschaften. Für vier Monate macht er derzeit ein Praktikum in der Gedenkstätte Buchenwald. „Ich möchte die Geschichte des Krankenbaus aufarbeiten und für Jugendliche besser zugänglich machen. Die Ergebnisse fließen in eine Schülerausstellung ein“, sagte der Praktikant. Die Stiftung bietet für Schulklassen und Jugendgruppen pädagogisches Material und Gedenkstättenbesuche an.

Im Krankenbau wurden Häftlinge vorübergehend ambulant und stationär behandelt, die aufgrund des harten Lageralltags und der vebreiteten Epidemien zu schwach für die Zwangsarbeit waren. Unter dem Lagerkommandanten Hermann Pister waren Häftlinge auch medizinischen Versuchen und der Ermordung mittels Giftspritze ausgesetzt. Gleichzeitig war der Krankenbau in Buchenwald ein Ort, den der interne Widerstand der Häftlinge für sich nutzte. Listen für Arbeitseinsätze und Transporte in Vernichtungslager wurden abgeändert, Häftlinge kurzzeitig vor der SS im Krankenbau versteckt.

Zu- und Abgangslisten, Stärkemeldungen, Krankenlisten, Korrespondenz der SS-Ärzte und Arbeitsstatistiken hat Leipold in Arolsen über Buchenwald gesichtet. „Ich habe Details abgeglichen und neue Informationen gesammelt“, berichtet Leipold über seine Arbeit. Sein Praktikum endet Mitte Januar 2010. „Bis dahin möchte ich soweit fertig sein, dass die pädagogische Abteilung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora meine Arbeit in ihr Konzept integrieren kann.“