a A

Recherche zu KZ Außenlager Engerhofe

Lilo und Bernhard Keßler im Lesesaal des ITS.

Lilo und Bernhard Keßler haben Ende Januar 2013 zu toten Häftlingen des KZ Außenlagers Engerhafe beim Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen recherchiert. Das Außenlager hatte nur ganze drei Monate existiert. „Wir wollen den Opfern ein Gesicht wieder geben, indem wir ihre Lebenswege nachzeichnen“, so die Hobbyforscher. „Dafür benötigen wir vollständige Informationen, wie beispielsweise Geburtsdaten und –orte. Beim ITS konnten wir einige Biografien ergänzen.“

Die Keßlers forschen gemeinsam mit vielen anderen Bewohnern der Gemeinde Südbrookmerland zum Außenlager Engerhofe, welches dem KZ Neuengamme angeschlossen war. „In der Zeit von Oktober bis Dezember 1944 mussten rund 2000 Häftlinge die in der Nähe liegende Stadt Aurich mit einem Panzergraben absichern“, erzählt Keßler. „Über 180 starben während der Zwangsarbeit und wurden in Massengräber verscharrt.“ Nach der Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie befahl Adolf Hitler am 28. August 1944 den Bau einer Befestigungsanlage: den „Friesenwall“. Dieser Wall sollte sich in zwei Linien entlang der Küste von Holland bis nach Dänemark ziehen. Die Stadt Aurich wurde zur Festung erklärt und sollte zusätzlich mit einem Panzergraben abgesichert werden.

Die Mitglieder des im Jahr 2009 gegründeten Vereins haben ein Gedenkstättenkonzept erarbeitet, das den umgebrachten und überlebenden Häftlingen gewidmet werden soll. „Wir wollen mit künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Mitteln aufklärend wirken“, so die 63-Jährige. Der Verein versucht zu erforschen, was den Häfltingen im KZ in Engerhafe und beim Panzergrabenbau in Aurich widerfahren ist. „Wir wollen den Ort der Erinnerung mit den Gesichtern der Opfer verknüpfen“, so Kessler. „Dafür müssen wir Informationen sammeln und ordnen.“ Daneben suchen die Mitglieder nach Kontakten zu Überlebenden und Angehörigen. „Anhand der Geburtsorte können wir bei den dortigen Meldeämtern nach den Familien forschen. In den vergangenen Jahres fanden bereits einige Zeitzeugenbesuche in unserer Gemeinde statt.“