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Recherche zu Zwangsarbeitern in Bayern

Angelika Laumer recherchiert im Lesesaal des ITS.

Für ihre Dissertation „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Bayern – Wie an ein Verbrechen über Generationen erinnert wird“ hat Angelika Laumer den International Tracing Service (ITS) besucht. Sie recherchiert in der Datenbank OuS-Archiv und schaut Listenmaterial zum Landkreis Bogen und Kötzting durch. „Es ist viel Material in Arolsen vorhanden“, stellt Laumer während ihrer Forschung fest. „Zu verschiedenen Aspekten finde ich hier Antworten.“

Besonders interessiert geht sie den Fragen nach, wie viele Zwangsarbeiter es gab, wo Kinder geboren wurden, wie viele der Zwangsarbeiter und wie viele deren Kinder starben, wie lange die Zwangsarbeiter nach der Befreiung noch da waren und in welchen Displaced Persons Camps sie registriert wurden. „Mir geht es weniger um einzelne Schicksale, sondern mehr um das Gesamtbild“, berichtet die 32-Jährige.

Den Schwerpunkt ihrer Forschungsarbeit setzt Laumer auf die Erinnerungsarbeit. Von wenigen Arbeiten abgesehen, sei das Thema Zwangsarbeit im ländlichen Raum Bayern in dieser Hinsicht noch kaum erforscht worden. Es gebe noch Zeitzeugen, die über diese Zeit erzählen könnten, so die Politikwissenschaftlerin. „Mitunter wurden Erinnerungen an Kinder und Enkel weiter gegeben. Selbst damalige Zwangsarbeiter sind in den Orten geblieben und berichteten in ihren Familien.“