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Recherche zum ersten Düsseldorfer Transport nach Lodz

Angela Genger, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, hat sich im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen mit der ersten Deportation von Düsseldorf nach Lodz am 27. Oktober 1941 befasst. Seit 2004 arbeitet die Historikerin zusammen mit Kollegen an der Erstellung eines Gedenkbuches. „Der ITS ist ein Ort mit enormen Quellen für meine Recherche“, sagte Genger.

1003 Niederrheiner wurden am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto Lodz deportiert, darunter Männer, Frauen und Kinder. Lediglich 16 haben Ghetto und Konzentrationslager überlebt. „Das Gedenkbuch wird Kurzbiografien aller 1003 Deportierten und ihrer Angehörigen enthalten. Dies ist möglich, weil wir auch in den regionalen Archiven der Herkunftsorte recherchiert haben“, erzählt Genger. „Zudem haben wir für unsere Nachforschungen Material in Lodz, Israel und Amerika gesichtet.“

Die Forscherin will alle Dokumente auswerten, die mit der Deportation aus dem Gestapobezirk Düsseldorf zusammenhängen. Dazu zählen Transportlisten, Gestapodokumente und Akten der Finanzverwaltung. Kombiniert mit persönlichen Erinnerungen, Postkarten und Fotos soll aus dem gesamten Material ein Gedenkbuch besonderer Art entstehen. „Dank der Öffnung des ITS-Archivs können wir nun auch in Arolsen Dokumente einsehen“, freut sich Genger.

In 16 Fällen ist sie bereits fündig geworden, hat zusätzliche Informationen gewinnen können. Dafür hat sie im Archiv Zugangslisten, Deportationslisten und DP-Unterlagen eingesehen. Erste Ergebnisse werden auf der Website des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen abrufbar sein. Das Gedenkbuch soll noch in diesem Jahr in Druck gehen. Im kommenden Jahr wird zusammen mit den Kölner Kollegen eine Wanderausstellung für das gesamte nördliche Rheinland entwickelt werden.

Die Gedenkstätte Düsseldorf wurde 1987 eröffnet und konzentriert sich seitdem auf die Überlebenden und deren Angehörige, auf die Rekonstruktion der Lokalgeschichte als Teil der Gesamtgeschichte des Nationalsozialismus, auf die Beantwortung von Anfragen der nachfolgenden Generationen, die Bildungsarbeit sowie die Konzeption von Ausstellungen und Gedenkbüchern. „Für die nächsten anstehenden Projekte werde ich wieder nach Arolsen kommen“, kündigt Genger an. „Ich sehe die Entwicklung des ITS von Besuch zu Besuch und freue mich darüber.“