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Rückgabe von Effekten besprochen

Am 5. und 6. April 2011 hat der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen mit Vertretern der Gedenkstätten Neuengamme, Dachau, Amersfoort und Bergen-Belsen die Rückgabe von Effekten besprochen, die sich noch im Archiv des ITS befinden. Der ITS benötigt die Mithilfe der Gedenkstätten bei der Suche nach Familienangehörigen. „Bislang konnten wir nicht einschätzen, wie umfangreich der Bestand noch ist. Insofern sind wir froh, dass es jetzt eine klare und genaue Aufstellung gibt“, sagte Klaus Tätzler von der Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Der ITS hat in den vergangenen Monaten eine umfassende Bestandaufnahme zu den 3.400 noch im Archiv verbliebenen Effekten vorgenommen. Es handelt sich vorwiegend um Brieftaschen mit Papieren, Briefen und Fotos, die die Nationalsozialisten den Häftlingen bei der Einlieferung in Konzentrationslager abgenommen hatten. Der ITS hat die Herkunft der Effekten geklärt sowie weitere Namen von einstigen Eigentümern identifiziert. Der Großteil des Bestandes stammt aus den Konzentrationslagern Dachau und Neuengamme, einige wenige auch aus Amersfoort, Natzweiler, Bergen-Belsen und Compiegne. „Die Forschungsergebnisse zur Herkunft der Effekten sind beeindruckend“, meinte Dr. Reimer Möller von der Gedenkstätte Neuengamme. „Da viele Dokumente vernichtet wurden, sind die Effekten von Neuengamme manchmal der einzige Beleg für die KZ-Haft.“

Die Gedenkstätten nahmen jeweils eine CD-Rom mit der Namenliste mit. Auf der Website des ITS wird die Liste der noch vorhandenen Effekten im Mai 2011 ebenfalls veröffentlicht. Für den Zugang wird die Abfrage eines Passwortes erforderlich sein. „Wir sollten den Verwandten der ehemaligen KZ-Häftlinge so schnell wie möglich die Effekten zurückgeben, schließlich werden die Zeitzeugen immer älter“, so Harry Ruijs, Leiter  der Gedenkstätte Amersfoort. „Dafür brauchen wir aber das Engagement von Freiwilligen, da die Suche nach Angehörigen sehr aufwendig ist.“  In den Niederlanden haben diese Rolle Gert van Dompseler und Pieter Dekker von der Stiftung Oktober’44 übernommen. Ihnen gelang es im vergangenen Jahr bereits, 65 Familien ausfindig zu machen. Die Effekten, die nicht zurückgegeben werden können, sollen den Gedenkstätten künftig auch zu Ausstellungszwecken zur Verfügung stehen.