a A

Sally Perel erzählte Arolser Schülern seine Geschichte

Vor rund 200 Schülern hat Sally Perel am 18. Februar 2011 im voll besetzten Filmsaal der Christian Rauch Schule Bad Arolsen von seinem Überleben während des Holocaust berichtet. Vier Jahre hatte sich Perel während des Nationalsozialismus als vermeintlicher „Volksdeutscher“ unter seinen Feinden versteckt. „Mir kam es wie eine Ewigkeit vor“, sagte der Israeli. Seine Erlebnisse schrieb er Jahrzehnte später in dem autobiografischen Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ nieder.

Gespannte Stille herrschte während des zweistündigen Vortrags. Doch der Zeitzeuge der NS-Verfolgung schaffte es auch immer wieder, die Ergriffenheit durch eine Prise Humor aufzulösen und den Jugendlichen auf Augenhöhe mit ihrer heutigen Erlebniswelt zu begegnen. So etwa mit der Frage, wie sich bei Facebook die Sperre von 5000 Freundschaftsangeboten überwinden ließe. Perel erzählt in Schulen regelmäßig von den Erlebnissen seiner Jugendjahre. „Solange mich meine Schuhe tragen, werde ich darüber berichten“, sagte der 85-Jährige. „Hitler wurde militärisch besiegt, aber sein Geist noch lange nicht. Wir müssen dafür sorgen, dass der Ungeist für immer verschwindet.“

Deshalb solle sein Vortrag auch ein Auftrag sein. „Es gibt nicht mehr viele von uns. Ich habe heute neue Zeitzeugen hinterlassen. Bitte erzählt meine Geschichte weiter“, gab Perel den Jugendlichen mit auf dem Weg. Der Israeli betonte, dass es ihm nicht darum ginge, „Schuldgefühle zu wecken, sondern den Verstand zu erleuchten. Wir können nur gemeinsam eine bessere Welt schaffen.“

Eine Kurzfassung von Perels Lebensgeschichte lässt sich in der Schriftenreihe der Historischen Kommunikation der Volkswagen AG „Überleben in Angst“ nachlesen.