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Schicksale aus dem niederländischen Tilburg und Goirle

Archivar Gerrit Kobes hat Mitte Dezember zwei Tage im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. „Ich möchte die Namen der Opfer und deren Lebenswege aus meinem Heimatort Goirle für die nachfolgenden Generationen sammeln und veröffentlichen“, sagt der Niederländer. Ein ähnliches Projekt hat er gemeinsam mit Ad de Beer für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und des Krieges aus dem Nachbarort Tilburg durchgeführt. „Auch hierzu habe ich noch mehr Informationen gefunden im Archiv des ITS.“

Seit knapp 30 Jahren beschäftigt sich Kobes im Regionalarchiv Tilburg mit den Dokumenten aus der Zeit der Besatzung. „Zu Beginn meiner Archivtätigkeit lagen kaum Unterlagen vor“, erzählt Kobes. „Lediglich Publikationen zu zwei Widerstandsgruppen und der Befreiung von Tilburg am 27. Oktober 1944 dokumentierten diese Zeit.“ In den vergangenen Jahren hat er versucht, Namen von jüdischen Opfern und Zwangsarbeitern, aber auch von gefallenen Soldaten zu sammeln und ihre Geschichten zu dokumentieren. „Es ist wichtig, die Schicksale festzuhalten und weiter zu erzählen“, unterstreicht der 64-Jährige. „Anhand der Recherche bekomme ich ein Bild von den Ereignissen und kann sie für die nächsten Generationen aufbereiten.“

Durch Aufrufe in Zeitungen, die Veröffentlichung von Fotos auf seiner Website www.goirle40-45.nl und Gespräche mit Zeitzeugen ist seine Sammlung stetig gewachsen. „Mittlerweile habe ich sogar Kontakt zu Familien in England“, freut sich Kobes. „Auf einem Friedhof in der Nähe von Goirle liegen 28 alliierte Soldaten begraben. Nach der Veröffentlichung von Fotos der Grabsteine hat sich der Sohn eines jüdischen Soldaten gemeldet. Er hat sich gefreut nun zu wissen, wo sein Vater begraben liegt.“