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„Schlaraffenland für Historiker“

40 Geschichtsstudenten der Georg-August-Universität Göttingen haben am 1. Dezember 2008 das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) im Rahmen der Seminarreihe „Funktionswandel des KZ-Systems“ besichtigt. „Der ITS ist ein Schlaraffenland für Historiker und nicht weit weg von Göttingen. Da liegt es nahe, die Exkursion zum Thema Quellenarbeit hier zu veranstalten“, sagte Jens-Christian Wagner, Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen und Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Die Studenten des dritten Semesters informierten sich über den Aufbau des Archivs, die beim ITS vorhandenen Dokumente und die Forschungsmöglichkeiten. „Sie waren imponiert von der Fülle und der Vielfalt des Materials“, berichtete Wagner. „Zugleich waren sie aber auch verwirrt, denn die Anordnung des Archivs und die Inhalte der Dokumente zeugen von den Aufgaben eines Suchdienstes. Der ITS ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung des Entstehungszusammenhangs eines Archivs. Dieser hat eine Wirkung auf die Aussagekraft der Dokumente, die ursprünglich eben nicht für die historische Forschung angelegt wurden.“

Zum Abschluss hielt die Gruppe vor Ort ein zweistündiges Seminar ab, das neben Wagner auch vom Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Georg Wamhof, geleitet wurde. Die Studenten betrachten bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus, Berichte von Zeitzeugen und Akten aus Gerichtsprozessen der Nachkriegsperiode. Mit der Exkursion sei natürlich die Hoffnung verbunden, dass am Ende des Studiums einige wissenschaftliche Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem ITS entstehen, sei es für den Bachelor, den Magisterabschluss oder das Staatsexamen, äußerte Wagner. „Bei einigen Studenten hat der Besuch des ITS mit Sicherheit Interesse geweckt.“