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Schülerprojekt zum Holocaust

Acht Schüler des Christian Rauch Gymnasiums Bad Arolsen haben sich im Rahmen einer Projektwoche beim Internationalen Suchdienst (ITS) mit dem Thema „Organisation des Holocaust“ beschäftigt. Konkret ging es um die Deportation und Enteignung von Juden sowie das Überleben nach dem Holocaust. „Die Schüler haben sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt“, lobte ITS-Historikerin Dr. Susanne Urban. „Sie haben nicht nur die Dokumente betrachtet, sondern den Opfern auch Empathie entgegengebracht.“

Ziel der Projektwoche war es, anhand selbstständiger Recherchen in der ITS-Datenbank sowie der Auswertung von Dokumenten den Holocaust in seiner Dimension und seiner Brutalität zu erfassen. Beispielhaft beschäftigten sich die Gymnasiasten mit Unterlagen zur „Arisierung“ durch die Deportationen von Juden sowie mit Dokumenten der „Aktion Reinhardt“, in deren Folge zwischen Juli 1942 und Oktober 1943 über zwei Millionen Juden sowie rund 50.000 Roma aus dem besetzten Polen in die Vernichtungslager verschleppt wurden. „Die Nazis haben kaltherzig dokumentiert, was sie den Juden angetan haben. Sie wurden wie Sachgegenstände behandelt“, sagte der Schüler Alexander Klaus. „Emotionen spielten in der Zeit offenbar keine Rolle.“

Die generellen Befehle, Anordnungen und Registrierungen der Nationalsozialisten setzten die Schüler auch in Zusammenhang mit einzelnen Schicksalen. „Die Lebenswege spiegeln die Geschichte wieder“, berichtete die Schülerin Maria Leis. Lebhaft diskutierten die Schüler, wie sich die Situation der Überlebenden nach 1945 darstellte, warum jüdische Displaced Persons nach der Verfolgung Deutschland verließen und wie sich die Mitgliederzahlen der jüdischen Gemeinden anhand des Beispiels Düsseldorf verändert hatten.

Unterstützt und begleitet wurden die Gymnasiasten durch das Team von ITS-Historikerin Urban. Die Ergebnisse ihrer Recherchen haben die Schüler in Form einer Power-Point-Präsentation zusammen getragen. Weitere Schülerprojekte sind geplant.