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Seminar mit osteuropäischen Pädagogen in Berlin

Auf Einladung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz sowie des Russischen Holocaust Forschungs- und Bildungszentrums stellte Elisabeth Schwabauer, Mitarbeiterin in Forschung und Bildung, den International Tracing Service (ITS) und seine pädagogische Arbeit vor. Die Veranstaltung, an der Pädagogen und Pädagoginnen aus neun verschiedenen Regionen Russlands und aus Belarus teilnahmen, fand am 6. Mai 2014 in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin statt. Als Thema stand „Die Geschichte des Holocausts als Unterrichtsgegenstand“ im Mittelpunkt.

In Workshops konnten die 15 Lehrkräfte und Dozenten mit ausgewählten Dokumenten aus dem ITS-Archiv zu Themen wie „Holocaust in Osteuropa“, „Handlungsoptionen“ oder „Kinderschicksale“ arbeiten, um didaktische Zugänge in der Auseinandersetzung mit historischen Quellen aufzuzeichnen. „Durch alle Jahrzehnte hat die Heroisierung der Veteranen in der russischen Gesellschaft eine viel höhere Bedeutung als ein differenzierter Blick auf die Opfer“, erklärt Elisabeth Schwabauer. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust müsse in Russland deshalb noch immer Pionierarbeit geleistet werden, obwohl das Russische Holocaust Forschungs- und Bildungszentrum schon viel erreicht habe. Vor diesem Hintergrund betonten die Gäste die Wichtigkeit, mit den Quellen aus dem ITS arbeiten zu können, um Wissen vermitteln und Empathie sowie Toleranz wecken zu können. Nach Auskunft des Leiters der Bildungsabteilung im Haus der Wannsee-Konferenz, Dr. Wolf Kaiser, wurde die Vorstellung der pädagogischen Arbeit des ITS durch Elisabeth Schwabauer in der abschließenden schriftlichen Evaluation des Seminars durch die Teilnehmenden sehr positiv bewertet.

Die Veranstaltung in Berlin knüpfte an den Besuch von Pädagogen aus der Russischen Föderation 2013 in Bad Arolsen an. Sie war ein weiterer Schritt auf dem Weg der Zusammenarbeit des ITS mit dem Russischen Holocaust Forschungs- und Bildungszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Ilya Altman sowie dem Haus der Wannsee-Konferenz, die in 2010 begonnen hat. Für das nächste Jahr werden nun von den beteiligten Partnern Wege gesucht, um wieder eine Reise zum ITS in das Veranstaltungsprogramm aufnehmen zu können.