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Sinti und Roma in Nordhausen

Christian Hentschke hat im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) nach den Lebens- und Verfolgungswegen von Sinti und Roma aus Nordhausen und Umgebung recherchiert. „Ich habe nur wenige Angaben über die Opfer, daher ist die Suche mühsam“, so der Hobbyforscher. „Durch meine Forschung möchte ich dazu beitragen, dass die Menschen nicht in Vergessenheit geraten.“

Ausgelöst wurde sein Interesse durch ein Dokument aus dem Stadtarchiv Nordhausen über die Umsiedlung der Sinti und Roma an den Stadtrand Ende der 30iger Jahre. „Die Akte beinhaltet neben technischen Informationen einige Namen von Sinti und Roma“, berichtet Hentschke. An weitere Namen sei er durch die Mithilfe von Zeitzeugen, Zeitungsartikeln und Nachforschungen in Kirchen- und Meldebüchern gekommen. „Rund 60 sind mir mittlerweile bekannt“, erzählt er.

Weiss, Wagner und Gerste waren typische Familiennamen der Sinti und Roma aus Nordhausen. Alleine der Name Wagner erscheint in der Datenbank des ITS zehntausendfach. „Trotzdem werde ich fündig“, freut sich der Nordhäuser. „Das Kind Karl Wagner, geboren am 4.1.1942 in Nordhausen, ist am 29.7.1943 in Auschwitz verstorben. Dieses Todesdatum weicht von dem Eintrag im Gedenkbuch ab.“ Das Schicksal des noch sehr kleinen Kindes hat Hentschke besonders berührt. Seine Arbeit soll zu einem späteren Zeitpunkt in das Stadtarchiv fließen sowie in eine Publikation des Geschichtskreises. „Auch über den Vorschlag zur Verlegung von Stolpersteinen habe ich nachgedacht“, so Hentschke. „Doch zuerst will ich noch weitere Recherchen machen.“