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Slowenische Migration

Privatdozent Dr. Rolf Wörsdörfer hat zwei Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen für das Forschungsprojekt „Vom ‚westfälischen Slowenen‘ zum ‚Gastarbeiter‘. Eine vergleichende Kulturgeschichte slowenischer Deutschland-Migrationen im 19. und 20. Jahrhundert (1880-1973)“ recherchiert. „Hierzu habe ich Akten von Gefängnissen im Ruhrgebiet und Deportationslisten durchgesehen sowie biografische Daten abgeglichen“, sagt Wörsdörfer.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden für den deutschen Arbeitsmarkt slowenische Migranten angeworben oder (zwangs-)rekrutiert. In den Jahren 1880 bis 1973 war die ganze Bandbreite von der wirtschaftlich motivierten Migration über das politische Exil bis zur Zwangsmigration vertreten. In der Regel bildeten sich unter den Slowenen sogenannte „Communities“, die dann in der zweiten und dritten Generation weitgehend in die Gesellschaft aufgenommen wurden. Im Ruhrgebiet war ein großer Anteil dieser Arbeiter im Bergbau tätig.

Beim ITS hat Wörsdörfer Akten durchgesehen, um Hinweise auf Slowenen zu finden. „Da in der Zeit des Nationalsozialismus die meisten Slowenen schon in der zweiten oder dritten Generation im Ruhrgebiet angesiedelt waren, sind diese als die eigentlichen ‚Gastarbeiter‘ schwer zu identifizieren“, berichtet Wörsdörfer. Das Projekt wird von der Gerda Henkel Stiftung finanziert. Wörsdörfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet „Neuere und Neueste Geschichte“ am Institut für Geschichte der Universität Darmstadt. Er hat bereits einige Aufsätze zu dem Thema geschrieben.