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Sozialdemokraten informierten sich beim ITS

SPD-Abgeordnete wollen Arbeit des ITS unterstützen.

Eine Delegation von SPD-Abgeordneten aus Bund und Land hat in Begleitung von Bürgermeister Jürgen van der Horst den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen besucht. Die Sozialdemokraten informierten sich über die Dokumentenbestände des ITS, die Haushaltslage, den Personalbedarf und die Fortschritte im Bereich Bildung und Forschung. „Die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiter an das Thema herangehen, ist zu spüren“, sagte Ralf Stegner, Mitglied im Bundesvorstand der SPD und Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. „Ich sehe es als eine Verpflichtung an, dass sich der Bund für den ITS engagiert.“

Die Arbeit des ITS wird aus dem Bundeshaushalt getragen in Höhe von etwa 14 Millionen Euro jährlich. Derzeit setzt sich der ITS bei der Bundesregierung für den Neubau eines Archivgebäudes ein. Der Antrag für ein entsprechendes Erkundungsverfahren liegt beim Bundesfinanzministerium vor. „Ich habe eine Anfrage gestellt zum aktuellen Sachstand“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Ullrich Meßmer. „Wir wollen gemeinsam daran mitwirken, dass die Probleme gelöst werden können. Der ITS macht eine wichtige Arbeit.“

Erst vor kurzem waren die Originaldokumente zur nationalsozialistischen Verfolgung und Zwangsarbeit sowie die Zentrale Namenkartei im Archiv des ITS in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen worden. Mit Hilfe des angestrebten Archivneubaus sollen die Dokumente langfristig sicher untergebracht werden in klimatisierten Räumen. „Es ist noch nicht ausreichend bekannt, welcher Schatz hier in Arolsen liegt“, meinte SPD-Landtagskandidat Christoph Weltecke. „Wir wollen dazu beitragen, diesen zu heben und zu schützen.“

Besondere Beachtung schenkten die SPD-Vertreter zudem der pädagogischen Arbeit des ITS. „Ein interessanter Ansatz wird hier verfolgt“, erklärte Stegner. „Die NS-Verfolgung war auch ein wesentlicher Teil sozialdemokratischer Geschichte. Und es gibt immer wieder Kapitel aus dieser Zeit, die weitgehend unbekannt sind. Das Informationsdefizit anzugehen ist nicht nur von historischem Interesse, sondern im Hinblick auf den Rechtsradikalismus auch eine aktuelle Notwendigkeit.“