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Stellvertretende US-Generalkonsulin Phillips plädiert für aktive Beteiligung von Studenten an Forschungen im ITS

v.l. Professor Rebecca Boehling, Direktorin ITS; Charisse M. Phillips, stellvertretene US-Generalkonsulin; Alexander Whittington, Leiter der Politisch-Wirtschaftlichen Abteilung des US-Generalkonsulats

Die stellvertretende US-Generalkonsulin in Frankfurt/Main, Charisse M. Phillips, hat Ende Juli 2013 den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen besucht. Während ihres Aufenthaltes zeigte sie besonderes Interesse an der Entwicklung des ITS zu einem internationalen Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung. „Junge Menschen sollen hier nach Arolsen kommen, um aus der Vergangenheit zu lernen und selbst Forschung zu betreiben“, fordert Phillips. „Ich glaube für die jetzigen und nachfolgenden Generationen ist es wichtig, sich mit der Geschichte der NS-Verfolgung auseinanderzusetzen. Diese Zeit darf nicht in Vergessenheit geraten, denn sie fließt in unsere heutige Geschichte ein.“

Gemeinsam mit Alexander Whittington, Leiter der Politisch-Wirtschaftlichen Abteilung des US-Generalkonsulates, informierte sich Phillips über den Dokumentenbestand und die jüngste Entwicklung des ITS. Beeindruckt zeigte sich die US-Vertreterin von der Masse an Unterlagen, speziell auch über die Zentrale Namenkartei und den Bestand der Displaced Persons. „Ich hatte nicht gedacht, dass so viele Unterlagen aus der Nachkriegszeit beim ITS aufbewahrt werden“, so Phillips. Ihr Vater war als Soldat in der US-Armee tätig und übernahm auch Aufgaben in DP-Camps in der Nähe von Frankfurt und Innsbruck. Phillips, deren Mutter ursprünglich aus Österreich kommt, hörte dadurch viele Geschichten in ihrer Kindheit zu Überlebenden des Nationalsozialismus.

Im Bereich Forschung und Bildung konnte die Amerikanerin einen Blick in die Datenbank OuS werfen. Zudem erfuhr sie von den Kooperationen mit Schulen, Universitäten und anderen Einrichtungen. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen hält die US-Vertreterin für besonders wichtig. Studenten, die Praktika absolvieren und selbst Forschungsprojekte durchführen, sollen verstärkt beim ITS zum Einsatz kommen, plädiert sie. An der Realisierung des ITS-Ausstellungsprojektes „Leben im Transit – Trauma und Neuanfang. Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung“ signalisierte sie besonderes Interesse. Die Ausstellung wird im kommenden Jahr in Frankfurt/Main eröffnet, für die Phillips bereits eine Teilnahme seitens des Konsulats zugesagt hat.