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Stolpersteine für Teltow

Jens Leder und Dr. Gabriele Bergner bei der Recherche.

Die Verlegung von Stolpersteinen für politisch verfolgte Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus in Teltow haben Dr. Gabriele Bergner und Jens Leder diese Woche zum Internationalen Suchdienst (ITS) geführt. Für die Mitglieder der Arbeitsgruppe Teltow war es der zweite Besuch in Arolsen. „Wir waren bei unserer früheren Recherche zu Schicksalen von jüdischen Bewohnern bereits erfolgreich“, so die Historikerin. „Daher sind wir wiedergekommen.“

Nach der Verlegung von 16 Stolpersteinen im Jahr 2011 und der Ausstellung „Sie waren unsere Nachbarn - Jüdisches Leben in Teltow bis 1945“ haben die Mitglieder des Vereins begonnen, nach den Schicksalen weiterer Verfolgtengruppen zu forschen. „Zwischen zehn und 15 Steine wollen wir in diesem Jahr noch verlegen“, so Bergner. „Sie waren Kommunisten, verteilten die Parteizeitschrift ‚Die Rote Fahne‘ oder äußerten sich gegen das NS-Regime.“ Schutzhaftbefehle, Häftlingspersonalbogen, Veränderungsmeldungen und Entlassungsscheine konnten die Forscher im Archiv des ITS finden.

Zunächst hatten die Wissenschaftler nur wenige Puzzleteile. „Auf alten Flugblättern entdeckte ich Namen, die ich beim ITS in die Datenbanksuche eingab“, so die Teltowerin. „Die Einwohnermeldeakten aus der damaligen Zeit sind leider nicht vorhanden, das erschwert die Arbeit enorm.“ Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv wollen sie weitere Informationen sammeln. Die Arbeitsgruppe bestehend aus rund zehn Ehrenamtlichen wird von der Stadt Teltow unterstützt.