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Studienexkursion von ITS-Mitarbeitern nach Berlin

Eine Gruppe von elf Mitarbeitern aus den Abteilungen Katalogisierung, Besucherbetreuung, IT und Bibliothek besuchten Anfang April in einer dreitägigen Exkursion mehrere Archive und Dokumentationseinrichtungen in Berlin. Dazu zählten unter anderem das Bundesarchiv, die Deutsche Dienstelle (WASt) und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. „Die Studienreise bezweckte, den an der archivischen Profilierung des ITS maßgebend beteiligten Mitarbeitern die neue Aufgabe umfassend zu visualisieren und damit sowohl Arbeitsabläufe als auch die erforderlichen Ergebnisse transparent zu machen“, sagte ITS-Archivar Karsten Kühnel, der die Verantwortung für die Erschließung der Dokumente in Bad Arolsen trägt.

Das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde stand am Anfang der Exkursion mit einem ganztägigen Programm, das in nahezu alle Arbeitsbereiche Einblicke gewährte. Empfangen wurde die Gruppe von der Vizepräsidentin des Bundesarchivs Professorin Angelika Menne-Haritz. Anschließend wurden die aktuellen Softwareentwicklungen und ihre Perspektiven in einer Präsentation vorgeführt. „Von besonderem Interesse für uns waren die Möglichkeiten zur verknüpften Darstellung von Erschließungsdaten und Archivalienimages“, sagte ITS-Archivar Karsten Kühnel.

In einem mehrstündigen Rundgang gelangten die Besucher in zahlreiche Magazine, den Filmkeller, die Lesesäle und die Restaurierungswerkstatt. Schwerpunkte bildeten daneben Erläuterungen zu Benutzungsfragen, Serviceangeboten und zu dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt der Retrokonversion analoger in digitale Findmittel. Außerdem wurden die ITS-Mitarbeiter mit dem Aufbau und der Betriebsweise der Bibliothek und ihres Magazins bekannt gemacht.

Vorgestellt wurden auch die in Berlin gelagerten personenbezogenen Unterlagen zur NS-Zeit. Dabei standen die NSDAP-Mitgliederkartei und die Unterlagen der Einwanderungszentrale Litzmannstadt im Mittelpunkt. Abschließend waren die Teilnehmer zu einem zweistündigen Gespräch mit dem Leiter der Abteilung Deutsches Reich, Hans-Dieter Kreikamp, über aktuelle Fragen und gemeinsame Probleme eingeladen. „Es zeigten sich zahlreiche Gemeinsamkeiten in bestimmten Aufgabenstellungen“, berichtete Kühnel. „Wir stellten zudem interessante Vergleiche zur Art und Weise der Arbeitsbewältigung an.“

Am zweiten Tag der Exkursion besuchten die ITS-Mitarbeiter zunächst das Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR (BStU) in Berlin-Lichtenberg. Der Leiter des Grundsatzreferats, Karsten Jedlitschka, gab den Besuchern eine ausführliche Einleitung in die Aufgaben der BStU und ihres Archivs. „Wir führten eine angeregte und ergiebige Diskussion“, so Kühnel. „Die Führung durch die Karteiräume und das Magazin zeigten mitunter große Affinitäten zur Findmittelstruktur des ITS.“

Anschließend waren die Mitarbeiter bei der „Deutschen Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht“ in Berlin-Reinickendorf zu Gast. „Beeindruckend waren die Arbeitsvorgänge, die Lagerung und Vielfalt der Bestände“, berichtete Kühnel.

Am letzten Exkursionstag ging es in das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide. Die ITS-Mitarbeiter besichtigten eine Ausstellung über den Einsatz tschechischer Zwangsarbeiter und erhielten eine Führung durch die erhaltenen Baracken des ehemaligen Zwangsarbeitslagers, das dem Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt (GBI) unterstanden hatte. Abschließend fand ein Gespräch mit der Leiterin Christine Glauning unter anderem über Erschließungsdesiderate zu Zwangsarbeiterbeständen des ITS statt.

Die Besuche hätten wesentlich zur eigenen Standortbestimmung des ITS als Archiv beigetragen, sagte Kühnel. „Unsere eigenen Qualitäten wurden genauso bewusst wie unsere Schwächen.“ Der Einblick in die Arbeit der anderen Einrichtungen und Archive habe die Vielfalt der Möglichkeiten deutlich gemacht, die dem ITS für eine Integration in die Archiv- und Forschungslandschaft noch offen stünden.