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Suchdienste diskutieren über Digitalisierung

Der Arbeitskreis Archiv mit zehn Vertretern von verschiedenen Suchdiensten in Deutschland, dem Bundesarchiv und dem Bundesinnenministerium hat sich Mitte September zu einer eintägigen Sitzung beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen getroffen. Im Mittelpunkt des Meinungsaustausches standen die Archivierung und Digitalisierung von Unterlagen. „Die Abläufe in der Digitalisierung und die Datenbank beim ITS machen einen guten Eindruck“, sagte Ulrich Austermühle, Leiter der Arbeitsgruppe und stellvertretender Leiter des Suchdienstes vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in München.

Die Arbeitsgruppe, der auch die Deutsche Dienststelle (WaSt) und der Kirchliche Suchdienst angehören, beriet darüber, welche Unterlagen als archivwürdig gelten, wie sie langfristig aufbewahrt und zugänglich gemacht werden können. „Wir haben die Unterlagen bisher überwiegend als Arbeitsmittel gesehen. Im Hinblick auf die Zukunft rücken die Fragen der Archivierung und Digitalisierung stärker in den Fokus“, so Austermühle. „Wir haben Erfahrungen ausgetauscht, worauf wir achten müssen und welche Schwerpunkte wir setzen sollten.“

Der erste Suchdienst, der mit einer Digitalisierung begonnen hatte, war 1994 der Kirchliche Suchdienst gewesen. Inzwischen hat der Internationale Suchdienst die Vorreiterrolle übernommen, dessen gesamtes historisches Archiv inzwischen nahezu vollständig gescannt wurde. Allein die Korrespondenzfälle stehen noch aus. Olaf Jäger von der WASt zeigte sich beeindruckt von den technischen Möglichkeiten des ITS. „Soweit sind wir in Berlin noch nicht“, erzählte er nach der Führung. „Wir bearbeiten unsere monatlich rund 4000 Anfragen noch komplett auf Papier. Da wir in erste Überlegungen zur Digitalisierung einsteigen, waren der Austausch mit den Kollegen und der Einblick beim ITS hoch interessant.“