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„Überdauert! Effekten – Objekte – Erinnerungen“

In der Gedenkstätte KZ Drütte (Salzgitter) werden bis zum 31. Juli 2015 Effekten aus dem Archiv des International Tracing Service (ITS) gezeigt. Die Ausstellung „Überdauert! Effekten – Objekte – Erinnerungen“ spiegelt die langjährige Forschung von Historikerinnen des Arbeitskreises Stadtgeschichte e.V. in Salzgitter wider. Elke Zacharias, Leiterin der Gedenkstätte KZ Drütte, und ihre Kollegin haben intensiv die Verfolgungsgeschichten von NS-Opfern recherchiert, die in den Konzentrationslagern in Salzgitter inhaftiert waren. Dabei fanden sie auch heraus, dass es von rund 80 Häftlingen im Archiv des ITS sogenannte Effekten gibt. Als Effekten bezeichnet man die persönlichen, alltäglichen Gegenstände, die den Menschen bei der Einlieferung in die KZs abgenommen wurden. Der ITS bewahrt noch rund 2.800 Effekten, bei denen die Namen der einstigen Eigentümer bekannt sind. Die meisten stammen aus dem KZ Neuengamme sowie einigen der Außenlager, zu denen auch die Konzentrationslager in Salzgitter zählten. Die Effekten waren kurz nach der Befreiung des KZ Neuengamme durch die britische Armee sichergestellt worden.   

Schlüssel, Puderdose und einfacher Schmuck

Die Ausstellung rückt die erhaltenen persönlichen Gegenstände von zehn NS-Verfolgten in den Blickpunkt und stellt – so weit möglich - die Biografien vor. Einige dieser Effekten können dem ersten Transport weiblicher Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück in das KZ Salzgitter-Bad vom 13.9.1944 zugeordnet werden. 70 Jahre nach Kriegsende sind es Alltagsgegenstände wie Puderdosen, Ringe oder Ketten, die einen Blick auf das Leben vor der Haft ermöglichen, aber auch dessen Verlust verdeutlichen. Die oft wenigen Informationen zu den Personen sind eng verbunden mit unterschiedlichen Themen zur Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. Beispielsweise bezieht sich ein Teil der Biografien auf Häftlinge, die in den KZs in Salzgitter starben und auf dem Friedhof Jammertal begraben sind. Hier gibt es teilweise mehr biografische Informationen, die zusammen mit den erhaltenen Effekten aus der Masse des Leids einzelne Schicksale beleuchten.

Auf der Suche nach Hinterbliebenen

Elke Zacharias hofft, dass die Ausstellung vielleicht einen besonderen Abschluss finden könnte: „Wir werden uns in den nächsten Wochen intensiv der Suche nach Familienangehörigen widmen, um diese besonderen Erinnerungsstücke vielleicht in dem einen oder anderen Fall zurück in die Familien geben zu können.“ Das ist ganz im Interesse des ITS. Um die Suche zu erleichtern, hat das Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden bereits vor einigen Jahren eine Liste mit allen Namen der Häftlinge auf die Website gestellt, von denen Effekten im Archiv aufbewahrt werden. Jedes Jahr gelingt es mithilfe von Forschern und Journalisten, Familien ausfindig zu machen, denen die Erinnerungsstücke an ihre verfolgten Vorfahren überreicht werden können. Der ITS ist weltweit das einzige Archiv, das einen solchen Bestand an Effekten bewahrt.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli 2015 zu sehen, kann aber nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Öffentliche Führungen in der Sonderausstellung
Treffpunkt: Salzgitter AG (Tor 1), Eisenhüttenstraße, SZ-Watenstedt (ohne Anmeldung) Dauer: ca. 1 Stunde

Montag, 13. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Mittwoch, 15. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Sonntag, 19. April 2015 ab 14.00 Uhr
Montag, 20. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Mittwoch, 22. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Samstag, 25. April 2015 ab 14.00 Uhr
Montag, 27. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Mittwoch, 29. April 2015 ab 15.00 Uhr & ab 16.00 Uhr
Mittwoch, 6. Mai 2015 ab 17.00 Uhr
Mittwoch, 20. Mai 2015 ab 17.00 Uhr
Mittwoch, 3. Juni 2015 ab 17.00 Uhr
Mittwoch, 17. Juni 2015 ab 17.00 Uhr
Mittwoch, 1. Juli 2015 ab 17.00 Uhr
Mittwoch, 15. Juli 2015 ab 17.00 Uhr 

Alle angebotenen Veranstaltungen sind kostenfrei.
Weitere Führungen können mit dem Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. vereinbart werden:

Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V.
Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte
Tel. 05341 44581