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Unterlagen aus dem Ghetto Theresienstadt gesichtet

Historiker Tomas Fedorovic hat eine Woche beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen für die Gedenkstätte Ghetto Theresienstadt Unterlagen eingesehen. „Ich wollte mir grundsätzlich erstmal einen Überblick über das umfangreiche Material beim ITS verschaffen“, sagt der 34-Jährige. Ihm geht es vor allem um die Vervollständigung der Opferdatenbank der Gedenkstätte in Tschechien.

Das Ghetto Theresienstadt wurde im November 1941 in der Garnisonsstadt von Theresienstadt eingerichtet und am 8. Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Während dieser Zeit waren etwa 141.000 Männer, Frauen und Kinder dort eingesperrt. „Wir wollen nicht nur Namen registrieren, sondern die Unterlagen wie zum Beispiel Transport- und Veränderungsmeldungen mit den Namen verknüpfen“, berichtet der Historiker über das Projekt.

Während seiner Recherche konzentrierte sich der Tscheche auf die kompletten Verfolgungswege der Inhaftierten. „Wir wollen festhalten, was diesen Menschen in Theresienstadt widerfahren ist. Für uns ist aber auch die Zeit vor und nach Theresienstadt interessant.“ So konnte der Historiker feststellen, dass am Ende des Krieges für mehr Häftlinge als bisher angenommen wurde, die letzte Spur im KZ Stutthof endet und nicht im Rigaer Ghetto. Dies sei umso wichtiger zu klären, weil die Hälfte der Gefangenen in die anderen Ghettos, Vernichtungs-, Konzentrations- und Arbeitslager deportiert wurden.