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Urban in Sydney

Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen, hat Anfang April an der Internationalen Konferenz “The Holocaust and Legacies of Race in the Postcolonial World” in Sydney teilgenommen und Vorträge über die Arbeit des ITS gehalten. Dem Jüdischen Museum in Sydney überreichte sie für Ausstellungszwecke Faksimiles von Dokumenten und einer Kennzeichentafel aus dem Konzentrationslager Dachau sowie Brieftaschen ehemaliger Häftlinge. „Sie sind ein Symbol für die Ausplünderung und den Holocaust“, sagte Urban.

Begleitet wurde die Effektenübergabe von einem Vortrag Urbans zum Thema „Holocaust - Remembrance - Legacies. The ITS in past and present“. Neben der Geschichte des ITS stellte sie anhand eines Einzelschicksals einer überlebenden Jüdin, die nach Sydney auswanderte, die Dokumente des ITS in ihrer Bedeutung für die Erinnerung dar. „Wir schätzen die enge Kooperation, die wir mit dem ITS zwischenzeitlich aufbauen konnten“, sagte Norman Seligmann, Leiter des Jüdischen Museums in Sydney. „Angesichts der Zahl von sechs Millionen Opfern gerät womöglich in den Hintergrund, dass sie alle einen Namen und eine Identität hatten. Die Brieftaschen demonstrieren, dass hinter jedem Schicksal ein einzelner Mensch stand.“

Die Fakultät für Hebräische, Biblische und Judaistik-Studien der Universität Sydney, das Parkes-Institut für die Erforschung jüdischer und nicht-jüdischer Beziehungen an der Universität Southampton und das Kaplan-Zentrum für Judaistik an der Universität Cape Town veranstalteten vom 10. bis 12. April 2012 in Sydney eine internationale Konferenz zum Thema “The Holocaust and Legacies of Race in the Postcolonial World, 1945 to the Present”. Die Konferenz steckte einen internationalen Zielrahmen ab für die weitere Erforschung der jüdischen Migrationserfahrung und ihre Auswirkung auf die Gesellschaften, in denen Juden sich nach 1945 wieder fanden.

Urban referierte zum Thema „The International Tracing Service (ITS) as an Allied organization: Child Search as an Historical Challenge”. Sie ging bei ihrem Vortrag kurz auf die Geschichte des ITS ein, um von dort auf den Kindersuchdienst zu kommen. Hierbei legte die Historikerin die Schwerpunkte auf die Begleitung der oft schwer traumatisierten Kinder durch die UNRRA und die verschiedenen jüdischen und nationalen Wohlfahrtseinrichtungen, die sich der Kinder annahmen.

Am 13. April 2012 hielt Urban vor den Mitarbeitern des Australischen Roten Kreuzes einen Vortrag zum Thema “Clarifying fates of Nazi-victims and remembering the past with a lesson for the future”. Sie erläuterte, welche Bedeutung Informationen und Schicksalsklärungen für Überlebende und Familienangehörige von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung haben. Bei Familienzusammenführungen arbeitet der ITS weltweit mit den nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften zusammen.