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US-Vertreter Davidson beim ITS

Douglas Davidson, US-Botschafter für Holocaust-Fragen, hat sich bei einem eintägigen Besuch in Bad Arolsen mit der Arbeit des Internationalen Suchdienst (ITS) vertraut gemacht. „Interessant und aufschlussreich“, lautete das Fazit von Davidson. „Es geht einfach nichts über einen persönlichen Eindruck. Der ITS macht auch viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine einmalige und wertvolle Arbeit.“

Der US-Vertreter absolvierte eine Tour durch das Archiv, schaute sich die Digitalisierung an, ließ sich die Arbeit der Bereiche Forschung und humanitäre Anfragen erläutern und führte Gespräche mit ITS-Direktor Jean-Luc Bondel. „Das Archiv des ITS ist eine bemerkenswerte Quelle“, meinte Davidson. „Nicht nur über Vermisste und Opfer der Verfolgung, sondern auch über Displaced Persons und die Emigration gibt es Informationen. Es sind eine Menge Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.“

Beeindruckt zeigte sich der US-Vertreter, wie viele Anfragen von Überlebenden und Familienangehörigen es immer noch an den ITS gibt. „Dies ist ein deutliches Zeichen für ein anhaltend großes Bedürfnis zurückzuschauen und herauszufinden, was passiert ist“, sagte Davidson. „Bei den Überlebenden stelle ich immer wieder fest, dass sie sich gerade zum Ende ihres Lebens erinnern wollen.“ Auch an der Bildung und Erinnerung über den Holocaust gebe es ein erneuertes Interesse. „Wir müssen darüber diskutieren, wie wir die Erinnerung aufrecht erhalten, wenn die Zeitzeugen nicht mehr direkt berichten können.“

Davidson ist auch Vertreter der US-Regierung im Internationalen Ausschuss, der die Arbeit des ITS kontrolliert. Neben den USA gehören dem Gremium zehn weitere Staaten an. „Derzeit diskutieren wir die genaue Rolle des künftigen institutionellen Partners des ITS“, berichtete Davidson. Ende 2012 wird sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aus der Leitung des ITS zurückziehen. Neuer Partner der Einrichtung soll dann voraussichtlich das Bundesarchiv werden. „Ich hoffe, dass der ITS künftig eine zentrale Rolle als ein Ort der historischen Forschung über einen besonders tragischen Abschnitt der Zeitgeschichte spielen wird“, so Davidson.