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Vorrecherche für Ausstellung und Gedenkkonzept

Marc Bartuschka hat für den Kulturausschuss des Jenaer Stadtrates sowie den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt eine Woche im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. Der Historiker sichtet Dokumente für ein Gedenkkonzept der Stadt Jena sowie die Überarbeitung der Dauerausstellung der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Außenlagers „Laura“. „Der ITS ist ein zentraler und wertvoller Ort für meine Forschung“, so Bartuschka.

Im September 1943 entstand das Konzentrationslager Laura als Außenlager von Buchenwald. Im „Oertelsbruch“ wurde ein Testbetrieb für die Triebwerke der „Raketenwaffe V2“ errichtet. Über 2.500 Häftlinge aus verschiedenen Nationen wurden hier für den Aufbau des Rüstungswerkes sowie den Testbetrieb eingesetzt. „Die vorhandene Ausstellung über das Außenlager beruht auf früheren Forschungen sowie der Unterstützung von ehemaligen Häftlingen“, weiß der 32-Jährige. „Wir wollen nun anhand von Transport- und Evakuierungslisten sowie Veränderungsmeldungen die Geschichte des Lagers besser belegen.“

Ein Gedenkkonzept für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte in Jena hat der Kulturausschuss der Stadt in Auftrag gegeben. „Für dieses Projekt habe ich mir weitergehende Dokumente zu Jena während des Nationalsozialismus angesehen.“ Dazu zählen Unterlagen zu Häftlingen aus Konzentrationslagern, Listen über Zwangsarbeiter und über Displaced Persons. „Es wäre denkbar, die ehemaligen Lagerstandorte im Stadtbild zu markieren und Gedenktafeln aufzustellen. Am Standort der Wohnbaracken, in denen beispielsweise Juden vor der Deportation untergebracht waren, könnten Informationen in Verbindung mit einzelnen Schicksalen dargestellt werden.“