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„Wer hier nichts entdeckt, muss einen anderen Beruf wählen.“

Dr. Hermann Simon, Direktor des Centrum Judaicum in Berlin, kam am 30. März 2011 zu Gesprächen über mögliche Kooperationen zum Internationalen Suchdienst (ITS) nach Bad Arolsen. „Ich wollte einfach mal ausloten, was wir zusammen machen und wie wir die Dokumente im Archiv des ITS nutzen können“, sagte Simon. Er machte sich mit den Recherchemöglichkeiten für Forscher vertraut und sprach mit ITS-Direktor Jean-Luc Blondel und Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim ITS.

Unter anderem brachte Simon Vorschläge für mögliche Forschungsprojekte oder die Realisierung von Seminaren ein. Um konkrete Ideen auszutauschen, soll demnächst ein Treffen mit weiteren Beteiligten folgen. „Ich finde es wichtig, vielen Forschern zu vermitteln, dass dieses Archiv jetzt offen steht“, äußerte Simon. „Die Fragestellungen an das Archiv ändern sich und die Dokumente werden unter einem anderen Gesichtspunkt neu betrachtet werden.“ Sei es zunächst um Auskünfte zu Einzelschicksalen gegangen, würden durch die Forscher jetzt Gesamtzusammenhänge betrachtet und bestimmte Bestandsgruppen auf andere Weise völlig neu erschlossen.

Simon selbst schaute sich vor allem die Dokumente der Reichsvereinigung der Juden im Archiv des ITS an. „Es ist allein schon interessant zu betrachten, was mit dem Bestand in der Zwischenzeit passiert ist und wie damit umgegangen wurde“, meinte Simon. Auch die Sammlungen zu Displaced Persons betrachtete der Berliner näher. „Ein Stück Nachkriegsgeschichte, das sonst in dieser Dichte nirgendwo überliefert ist.“ Jeder Mitarbeiter eines Archives entdecke mal etwas, so der 62-Jährige, aber „wer hier nichts entdeckt, muss sich einen anderen Beruf wählen. Dieses Archiv ist einfach spannend.“