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Wissenschaftlicher Austausch über die ITS-Sammlungen und aktuelle Holocaust-Forschung in Washington

Bei der Konferenz "The International Tracing Service Collections and Holocaust Scholarship", die am 12. und 13. Mai 2014 in Washington stattfand, wurde am Beispiel von zahlreichen Forschungsprojekten beleuchtet, welchen Wert die Sammlungen des International Tracing Service (ITS) für die Holocaust-Forschung schon heute haben und welches Potential sich für die Zukunft bietet. 26 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Israel, Spanien und USA nahmen an der Konferenz teil, die der ITS gemeinsam mit dem Jack, Joseph and Morton Mandel Center for Advanced Holocaust Studies beim United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington organisiert hatte. Außerdem besuchten an den zwei Tagen zwischen 25 und 75 Gäste die verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen im USHMM. Die Vorträge, die alle auf der Basis von ITS-Dokumenten recherchiert wurden, zeigen welche neuen Möglichkeiten für die Holocaust-Forschung schon jetzt daraus abzulesen sind, welche Perspektiven sich erkennen lassen, aber auch welche Grenzen.

Bemerkenswert: die Bandbreite der Forschung

Die Konferenz brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die seit der Öffnung des ITS-Archivs mit den erstmals zur Verfügung stehenden Quellen zu ganz unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten oder gearbeitet haben. Sie stellten in sechs verschiedenen Themenfeldern Forschungsergebnisse über Nazi-Deutschland und den Zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit Verfolgung, Inhaftierung, Zwangsarbeit, Massenmord sowie über die daraus resultierenden Traumata der Nachkriegszeit vor. Dazu bemerkte Prof. Dr. Rebecca Boehling, Direktorin des ITS, in ihrem Fazit zu der Veranstaltung, dass sich Forschungsthemen bezogen auf ITS-Quellen immer stärker auf die Endphase, DPs, Zwangsarbeit, aber auch auf Themen wie Gender oder wechselnde Identitäten der Verfolgten richteten. Um eine bessere Vernetzung zwischen dem ITS- Archiv in Bad Arolsen und digitalen Kopieinhabern zu erreichen, hält sie eine einheitliche Zitation der ITS-Quellen für dringend notwendig. Direktor des Mandel Centers, Paul Shapiro, rief dazu auf, bei der Forschung noch viel stärker in die Breite der ITS-Sammlungen zu gehen, die für diesen Zweck noch weiter erschlossen werden müssten. Es gebe noch viel unentdecktes Material, für das die Forschungsfragen überhaupt erst entwickelt werden müssten.

Einen ausführlichen Konferenzbericht finden Sie <media 1261 - - "TEXT, ITS Konferenz Washington, ITS_KonferenzWashington.pdf, 187 KB">hier</media>.