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Workshop der Kaulbach-Schule Bad Arolsen

Mitte Mai 2012 haben 26 Schüler der Kaulbach-Schule Bad Arolsen den Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) besucht. Neben einer Präsentation zur Geschichte und Gegenwart, den Aufgaben und Zielen des ITS arbeiteten die Schüler in Gruppen zum Thema „Menschenbilder“. „Drei Stunden beim ITS können drei Wochen Unterricht zur Geschichte des ‚Nationalsozialismus‘ in der Schule ersetzen“, so der Pädagoge Reinhard Ruf.

ITS-Historikerin Susanne Urban und ihr pädagogisches Team zeigten den Schülern anhand des Schicksals eines überlebenden jüdischen Jugendlichen die Vielfalt des Dokumentenmaterials im Archiv des ITS. „Die Schüler entwickelten Empathie für die Lebenslinie des Jugendlichen“, berichtet Urban. Mit Bild- und Filmmaterial wurden die Schüler in die Problematik und Tragik von elternlosen Kindüberlebenden sowie deren Mut zu einem Neuanfang, eingeführt.

Dokumente aus Konzentrationslagern, Briefe aus Korrespondenzakten und Unterlagen aus anderen Archivbeständen halfen den Jugendlichen, sich mit verschiedenen Verfolgungsschicksalen vertraut zu machen. „Insbesondere die Registratur aus den Konzentrationslagern und die Menschen verachtende Beschreibung von Jugendlichen nach rassistischen und antisemitischen Merkmalen erzeugte bei den Schülern Empörung“, stellte Urban fest. Während der Vorstellung von Ergebnissen wurde deutlich, dass die Jugendlichen sich Gedanken darüber gemacht haben, wie Menschen in nationalsozialistischen Registraturen definiert wurden und wie sich jeder einzelne als Individuum mit seinen Träumen, Sehnsüchten, Talenten und Charaktereigenschaften beschreiben und von seiner Umwelt wahrgenommen werden möchte.