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Workshop der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten

Die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten hat Ende April einen dreitägigen Workshop beim Internationalen Suchdienst (ITS) veranstaltet. Ziel war es, Mitarbeiter niedersächsischer Gedenkstätten mit den Beständen im Archiv des ITS bekannt zu machen und die Forschungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Der Workshop war ergiebig. Für die meisten stellte es die erste Begegnung mit dem Archiv dar“, sagte Rolf Keller von der Stiftung, der die Veranstaltung gemeinsam mit seiner Kollegin Marlis Buchholz vorbereitet hatte.

Die insgesamt zehn Mitarbeiter von sieben niedersächsischen Gedenkstätten schauten sich je nach Schwerpunkt ihrer Gedenkstätte Materialien aus Gefängnissen und Konzentrationslagern an. Einen Tag arbeiteten sie direkt in den Archivräumen, zwei Tage an der Computerdatenbank. „Es ging uns zunächst um einen Überblick. Für die tiefer gehenden Recherchen werden die meisten erneut wieder kommen“, so Keller.

Im Vorwege hatten die Gedenkstättenvertreter bereits das Inventarverzeichnis des ITS im Internet studiert. „Vor Ort lässt sich jedoch viel mehr finden, zumal mit Hilfe der ITS-Mitarbeiter“, berichtete Keller. „Es ist ja doch ein Umdenken nötig, da der ITS kein Archiv im klassischen Sinne ist. Die Dokumente sind nach Namen erschlossen und nicht nach der Herkunft wie sonst in Archiven üblich. Teilweise stehen wir da noch etwas hilflos davor.“ Die Kollegen hätten Dokumente zu Einzelschicksalen entdeckt, die ihnen bislang nicht bekannt waren. „Gleichzeitig waren wir aber auch beruhigt, dass es beispielsweise bei den Sachdokumenten keine neuen Erkenntnisse gab. Wir können jetzt deutlich besser einordnen, was das Archiv des ITS uns bietet.“

Das Interesse unter den Mitarbeitern von Gedenkstätten und privaten Initiativen der Gedenkarbeit sei groß, versicherte Buchholz. „Wir möchten daher noch weitere Gruppen zu Workshops einladen.“ Der Workshop sei auch für die Arbeit im Dokumentationszentrum der Stiftung in Celle hilfreich. „Wir können die Kollegen jetzt besser informieren, welche Fragestellungen in Bad Arolsen geklärt werden können.“