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Workshop im Kreismuseum Wewelsburg

Neun Mitarbeiter des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen haben an einem Workshop des Kreismuseums Wewelsburg zum Thema „Erkennen von rechtsradikalen und rechtsextremistischen Gruppen und Personen“ teilgenommen. Dank der Öffnung der Archive, regelmäßig stattfindender Ausstellungen und Veranstaltungen steigt die Zahl der Besucher des ITS. „In erster Linie kommen ehemalige Verfolgte, ihre Familienangehörige, Forscher und interessierte Menschen zu uns. Doch es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter auch den Umgang mit ‚unerwünschten Besuchern’ lernen“, sagte Maria Raabe, Leiterin Zentrales Verwaltungssekretariat und Organisatorin der Besucherführungen beim ITS.

Oliver Nickel, Historiker an der Wewelsburg, führte einleitend die Gruppe durch die im April 2010 neu eröffnete Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“. Heinrich Himmler hatte 1934 das Dreiecksschloss gepachtet und diese zu einer „Reichsführerschule SS“ umbauen lassen. Seit 1936 nutzte die SS die Burg darüber hinaus auch als repräsentativen Ort für ihre Treffen. Im Jahr 1939 wurde für die Arbeiten an der Burg ein Außenkommando des Konzentrationslagers Sachenhausen eingerichtet, das seit 1941 als eigenständiges KZ Niederhagen geführt wurde.

Nickel sensibilisierte die Suchdienst-Mitarbeiter in seinem Vortrag für die Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Codes, der Musik und Mode. Durch verschiedene Rollenspiele wurde der Umgang mit entsprechenden Besuchern und insbesondere mit Holocaust-Leugnern analysiert und erläutert. Mögliche Verhaltensweisen und Reaktionen wurden durchgesprochen. „Es ist wichtig, Rechtsradikale zu erkennen“, so Nickel. „Diskussionen mit diesen Menschen über das NS-Regime und dessen Folgen führen zu nichts.“

Die ITS-Mitarbeiter, die täglich engen Kontakt zu Besuchern haben, nahmen die Informationen dankbar auf. „Ich habe mir bisher nicht viele Gedanken gemacht, wie rechtsradikale Menschen und Gruppen auftreten“, sagte Dorit Landgrebe-Mick vom ITS. „Insofern war der Workshop überaus hilfreich.“