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Entwurzelung und Neuanfang

DP‐Camp Zeilsheim, 1946.

Die Eltern überlebten den Holocaust und wurden im Nachkriegsdeutschland zu Displaced Persons (DPs): Wie wirkten und wirken sich diese Erfahrungen und Auswirkungen der NS-Verfolgung auf die zweite Generation aus?

Als Abschlussveranstaltung zu der Ausstellung „Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ hat der International Tracing Service (ITS) vier Nachfahren von jüdischen DPs eingeladen, um über ihre Familiengeschichten zu berichten. Moderiert von Dr. Meron Mendel, dem Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, wird ausgehend von den individuellen Schicksalen besprochen, wie Entwurzelung und der Neuanfang auf den Trümmern der früheren Existenz das Leben der zweiten und auch dritten Generation bis heute prägen.

Eine prominente Teilnehmerin der Diskussionsrunde ist die in Paris lebende Autorin Gila Lustiger. Sie ist die Tochter von Arno Lustiger, Historiker und Publizist, der zunächst, bevor er sich in der Stadt Frankfurt niederließ, im DP-Camp Zeilsheim bei Frankfurt lebte. Eingeladen sind zudem Esther Alexander-Ihme, die 1955 in einem DP-Camp geboren wurde, Nathan Jagoda und Pava Raibstein.

Die Gesprächsrunde beendet die DP-Ausstellung in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main.

Die Veranstaltung auf einen Blick:

Displaced – Replaced oder: Wo sind die Wurzeln? Gesprächsrunde mit Kindern ehemaliger Displaced Persons
Mit: Esther Alexander-Ihme, Nathan Jagoda, Gila Lustiger, Pava Raibstein
Moderation: Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank)
Donnerstag, 22. Januar 2015; 19.30 Uhr
Bildungsstätte Anne Frank, Hansaallee 150, 60320 Frankfurt am Main

Die Ausstellung:

„Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945 Eine Ausstellung des International Tracing Service (ITS)

Gefördert aus Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)

Mit der Wanderausstellung „Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ lenkt der International Tracing Service (ITS) 70 Jahre nach dem Untergang des NS-Regimes den Blick auf das Schicksal Überlebender der Verfolgung, des Holocaust und der Zwangsarbeit, die von den Alliierten „Displaced Persons“ (DPs) genannt wurden. Mehr als zehn Millionen DPs befanden sich nach 1945 in Europa. Die eigens eingerichteten DP-Camps wurden für sie zu Zwischenstationen. Die Überlebenden rangen darum, das Erlittene zu bewältigen und sich zugleich auf die Zukunft zu orientieren. In den DP-Camps etablierten sie Strukturen von Kindergärten bis hin zu Theatern, die auch den außerordentlichen Lebenswillen der Menschen dokumentieren. Die Ausstellung verwebt in zahlreichen Stationen alliierte Strategien mit verschiedenen Aspekten der DP-Geschichte sowie Biografien.

Die Ausstellung in Frankfurt am Main schließt am 22. Januar 2015 nach der Veranstaltung.

Nächste Stationen der Wanderausstellung:

13.2.-26.4. Stadtmuseum Weimar
21.6.-30.8. Bergen-Belsen

Danach wird die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Österreich, im Max-Mannheimer Studienzentrum, Dachau. sowie im Hessischen Staatsarchiv, Darmstadt, gezeigt.