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„Es war die Hölle… Wir wurden immer weiter gejagt.“

Ab Mitte 1944 trieben die Nationalsozialisten Hunderttausende Häftlinge aus Konzentrationslagern und Gefängnissen Richtung Deutschland. Diese Räumungstransporte spielten sich vor den Augen der Öffentlichkeit ab. Von den etwa 750.000 Häftlingen kamen mehr als 250.000 ums Leben. Diesem letzten organisierten Massenverbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands widmet sich die Ausstellung „Spurensuche - Die Todesmärsche in den Dokumenten des International Tracing Service (ITS)“, die vom 8. bis zum 26. Juni 2015 im „Offenen Haus. Evangelisches Forum Darmstadt“ zu sehen sein wird. Zu der Eröffnung hält Dr. Susanne Urban, Leiterin der Abteilung Forschung und Bildung beim ITS und Kuratorin der Ausstellung, einen Vortrag mit dem Titel „Es war die Hölle… Wir wurden immer weiter gejagt.“

Vortrag und Ausstellung richten ihr Augenmerk auf die gequälten Menschen, die auf die Todesmärsche getrieben wurden. Zitate und Erlebnisberichte von Überlebenden verdeutlichen das Ausmaß der Verbrechen. Vorgestellt wird zudem das etwa 1946 gestartete Programm der Alliierten zur Identifizierung der Toten, mit dessen Hilfe die eilig vergrabenen Opfer wieder einen Namen erhalten sollten. Außerdem rückt Dr. Susanne Urban ausgewählte Einzelschicksale in den Fokus: zum Beispiel den deutschen Sinto Karl Franz. Er war nach seiner Verschleppung in die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald auf einem Todesmarsch ermordet und als namenloses Opfer auf einem Friedhof im bayerischen Demeldorf beerdigt worden. 


Referentin: Dr. Susanne Urban, International Tracing Service (ITS), Bad Arolsen
Montag, 8. Juni 2015, 19.30 Uhr
Das Offene Haus. Evangelisches Forum Darmstadt
Rheinstr. 31, 64283 Darmstadt

Kontakt:
Godehard Lehwark
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Kasinostr. 3
64293 Darmstadt 
Tel. 06151 - 59 18 17 
cg.lehwark@t-online.de

 

<media 1436>Hier</media> finden Sie den Flyer "Darmstädter Gedenkjahr 2015".