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Fortbildung: Wer ist „wir“?

Der International Tracing Service (ITS) und das Projekt „Zusammenleben neu gestalten“ der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) veranstalten einen Workshop für Menschen aus der haupt- oder ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit.

Gesellschaftliche Heterogenität und Homogenitätsvorstellungen in Geschichte und Gegenwart sind die Themen eines neuen Workshops, den der ITS gemeinsam mit dem DeGeDe-Projekt „Zusammenleben neu gestalten“ am 1. Juni 2017 in Gießen anbietet. Er richtet sich an Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich mit Geflüchteten zu tun haben, zum Beispiel als Sozialarbeiter*innen, Verwaltungsangestellte, Pädagog*innen oder Unterstützer*innen in Flüchtlingsinitiativen.

Bei dem Workshop geht es ausgehend von der Situation der sogenannten Displaced Persons (DPs) darum, Homogenitätsvorstellungen in Geschichte und Gegenwart kritisch zu betrachten. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus befanden sich Millionen DPs auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches: Überlebende der Konzentrationslager, nach Deutschland verschleppte Zwangsarbeiter sowie jüdische Menschen, die dem Holocaust entkommen waren. Die meisten kehrten später in die jeweiligen Herkunftsländer zurück, viele emigrierten in Drittländer. Einige blieben als sogenannte „Heimatlose Ausländer“ in der Bundesrepublik. Die Geschichte der DPs verweist nicht nur auf den von den Deutschen verübten Völkermord, sondern auch auf die Heterogenität der deutschen Gesellschaft und den Umgang der Alliierten mit „Displacement“ nach 1945. 

Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit kann dazu beitragen, das Bild von der deutschen Gesellschaft und ihrer (fort)bestehenden heterogenen Verfasstheit zu schärfen. Mit Hilfe interaktiver Methoden wird den Teilnehmenden im Workshop neben historischen Einblicken Handlungssicherheit im Umgang mit Heterogenität sowie eine Stärkung in der Auseinandersetzung mit Rassismus und Anfeindungen vermittelt. 

Der Workshop ist als ganztäige Fortbildung konzipiert und kombiniert Elemente der historischen Bildung mit demokratiepädagogischen und menschenrechtsbasierten Methoden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Auf einen Blick

  • Workshop: Wer ist „wir“? Gesellschaftliche Heterogenität und Homogenitätsvorstellungen in Geschichte und Gegenwart
  • Zeit: Donnerstag, 1. Juni 2017, 10 bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Ort: Kongresshalle Gießen, Kerkrade-Zimmer; Berliner Platz 2, 35390 Gießen
  • Anmeldung & Rückfragen: manuel.glittenberg[at]degede.de

Die Einladung zu dem Workshop finden Sie hier.