a A

Geschichte und Tätigkeiten des International Tracing Service (ITS)

Workshop des ITS-Ausstellungsteams, Rikola-Gunnar Lüttgenau von der Gedenkstätte Buchenwald als kuratorischen Berater und gewerkdesign als Gestalter. Foto: gewerkdesign

Wie begegneten die Alliierten aber auch Initiativen der Überlebenden der Herausforderung der Suche nach den Millionen Opfern der NS-Verbrechen? Wie entstand der International Tracing Service? Wie kamen die Millionen von Originaldokumenten zu Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und über Displaced Persons zum Suchdienst? Mit welchen Mitteln arbeiteten und arbeiten die Mitarbeiter*innen des ITS?

Mit einer Dauerausstellung möchte der International Tracing Service (ITS) seine Arbeitsweise und Geschichte erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die Ausstellung wird den Zeitraum vom Beginn der alliierten Suchaktivtäten am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart des ITS in den Blick nehmen. 

Im Rahmen der Erarbeitung der Ausstellung sollen vorab neue Ergebnisse der ITS-Geschichte auf einer internationalen Konferenz vom 8. bis 9. Oktober 2018 in Bad Arolsen diskutiert werden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung wird das Weltdokumentenerbe stehen: die mehr als 30 Millionen Originaldokumente zu den nationalsozialistischen Verbrechen und ihren unmittelbaren Nachwirkungen sowie die Zentrale Namenkartei mit etwa 50 Millionen Hinweiskarten. Anhand ausgewählter Dokumente werden einerseits die Arbeitsweise des ITS, die Suche nach Opfern der NS-Verbrechen, die Auskunftserteilung und die Dokumentation der Verfolgung veranschaulicht. Zugleich wird verdeutlicht, dass hinter den 17,5 Millionen Menschen, die in der Zentralen Namenkartei registriert sind, Einzelschicksale stehen. Sie berichten von Verschleppung, Verfolgung und Ermordung, aber auch vom Überleben, Wiederfinden, Neuanfang und dem Kampf um Anerkennung und Entschädigung. 

Die Eröffnung der Ausstellung ist für Frühjahr 2019 geplant. Ausstellungsort ist das ITS-Außengebäude in der Schloßstraße 10 in Bad Arolsen. Für die gestalterische Umsetzung konnte das Berliner Büro gewerkdesign gewonnen werden.