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„Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945

Bild zeigt: Key Visual der Ausstellung "Wohin sollten wir nach der Befreiung?"

Key Visual der Ausstellung "Wohin sollten wir nach der Befreiung?"

Mit der Ausstellung lenkt der International Tracing Service (ITS) den Blick auf das Schicksal Überlebender der NS-Verfolgung, des Holocaust und der Zwangsarbeit, die von den Alliierten „Displaced Persons“ (DPs) genannt wurden. Nach der Befreiung mussten sie zunächst im Land der Täter von den Alliierten versorgt, aber auch verwaltet werden – und das verlangte eine ganz besondere Administration. Mehr als zehn Millionen DPs befanden sich nach 1945 in Europa. Die eigens eingerichteten DP-Camps wurden für sie zu Zwischenstationen.

Die Überlebenden rangen darum, das Erlittene zu bewältigen und sich zugleich auf die Zukunft zu orientieren. In den DP-Camps etablierten sie nach und nach diverse Strukturen, die den außerordentlichen Lebenswillen der Menschen dokumentieren: von der Selbstverwaltung über politische Parteien, Presse, Theater, Schulen, Kindergärten bis hin zu historischen Kommissionen, die sich mit der Aufarbeitung der Vergangenheit befassten. In den DP-Camps standen die Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen und der Fürsorgeeinrichtungen der Alliierten vor vielschichtigen Herausforderungen: Zunächst benötigten die Menschen vor allem Nahrung, Obdach und Kleidung, außerdem medizinische Hilfe. Später ging es um die „Rückführung“ der DPs in ihre Herkunftsländer und die Unterstützung von mehr als drei Millionen DPs bei der Emigration. Dabei galt es auch zu unterscheiden, wer zum Beispiel als ehemaliger Kollaborateur mit dem NS-Regime versuchen wollte, die Hilfsstrukturen für seine Zwecke zu missbrauchen.

Die Ausstellung besteht aus rund zehn Themenstationen, in welche drei Vitrinen und Pulte, zwei Tablets, eine Video- und eine Hörstation integriert sind. Sie wurde aus Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert und von einem internationalen Expertengremium wissenschaftlich begleitet. Die Wanderausstellung widmet sich verschiedensten Aspekten der DP-Geschichte: So werden einzelne Biografien und Lebenswege mit den Strategien verwoben, welche die Alliierten damals verfolgten.

Verschiedene Publikationen sind im Rahmen der DP-Ausstellung erschienen:

Bild zeigt: Einen Blick auf die Ausstellungstafeln

Mit der Ausstellung lenkt der ITS den Blick auf das Schicksal Überlebender der NS-Verfolgung, des Holocaust und der Zwangsarbeit.