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Bild zeigt: Dokumente aus dem Bestand zu Displaced Persons (DPs)

Dokumente aus dem Bestand zu Displaced Persons (DPs)

Welche Dokumente eignen sich für eine vertiefende Beschäftigung mit einzelnen Aspekten der nationalsozialistischen Verfolgung und ihren Folgen? Wie lassen sich regionale oder thematische Fragen in den Mittelpunkt von Bildungsprojekten stellen? Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrer pädagogischen Arbeit mit Dokumenten aus dem ITS. Neben der Bereitstellung von Materialien für die Bildungsarbeit und Weiterbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nimmt beim International Tracing Service (ITS) die archivpädagogische Beratung einen besonderen Stellenwert ein. Alle Bildungsangebote basieren auf dem Konzept „Pädagogische Achsen des International Tracing Service (ITS). Erinnern, Gedenken und Diskutieren am außerschulischen institutionellen Lernort“.

  • Workshops für Multiplikatoren

    Der ITS veranstaltet ein- bis zweitägige Workshops, die auch die Möglichkeit zur Eigenrecherche im Digitalen Archiv des ITS beinhalten können. Die Themen sind auf die Sammlungs- und Arbeitsschwerpunkte des ITS ausgerichtet, dazu zählen unter anderem:

    Deportationen der Juden aus Deutschland

    Anhand von Originaldokumenten der Gestapo werden Strukturen der Deportationen von Juden aus dem Deutschen Reich untersucht. Auf der Basis biografischer Dokumente werden individuelle Leidenswege rekonstruiert – auch mit Blick auf den gesellschaftspolitischen Umgang mit den Überlebenden nach 1945.

    Der Völkermord an den Sinti und Roma

    Sinti und Roma wurden systematisch verfolgt, deportiert und ermordet, nach 1945 aber über Jahrzehnte nicht als Opfer anerkannt. Auf der Basis von Originalquellen aus der NS-Zeit und dem Schriftverkehr der Überlebenden mit dem ITS wird dieses Unrecht sowie das Ringen der Überlebenden um Anerkennung und Entschädigung veranschaulicht.

    Antisemitismus nach der Shoah

    Struktureller Antisemitismus war auch nach 1945 in ganz Europa festzustellen. Wie dies die Entscheidung von Holocaust-Überlebenden beeinflusste, Europa zu verlassen, wird auf Basis von Dokumenten erarbeitet, die zu den bedeutenden frühen Zeugnissen im ITS-Archiv zählen.

    Zwangsarbeit

    Die NS-Kriegswirtschaft war auf systematische Ausbeutung durch Zwangsarbeit begründet. Die Auseinandersetzung mit Dokumenten aus Firmen, Behörden und Organisationen erlaubt einen genaueren Blick darauf – auch auf die große Zahl von Zwangsarbeiterinnen sowie den Umgang der NS-Behörden mit unter Zwangsarbeit geborenen Kindern sowie den rücksichtslosen Einsatz von Kindern und Jugendlichen.

    Displaced Persons (DPs) und Child Survivors

    Wie sah das Leben nach der Befreiung aus? In der Öffentlichkeit ist über die Situation der DPs im Nachkriegs-Europa wenig bekannt. Durch die Arbeit mit Dokumenten aus dem umfangreichen ITS-Bestand zu diesem Thema lassen sich „weiße Flecken“ füllen. Es gibt einen speziellen Workshop über die Situation der „Child Survivor“, der sich auf die Akten des Child Search Branch stützt.

    Je nach Interesse können unterschiedliche Einzelaspekte in den Fokus gerückt werden. Teilnehmende der Workshops werden in das jeweilige Thema eingeführt und mit dem Einsatz von ITS-Dokumenten vertraut gemacht. Sie erhalten zudem Digitalisate und methodisch-didaktische Anweisungen für die eigene pädagogische Arbeit. Weiterbildungen für das komplette Lehrerkollegium sind möglich.

    Ein Teil der Workshops wird in Kooperation mit Gedenkstätten oder nationalen und internationalen Bildungseinrichtungen organisiert. Die Workshops können sowohl beim ITS in Bad Arolsen stattfinden als auch vor Ort.

  • Bereitstellung von Materialien für den Unterricht

    Zusätzlich zu den publizierten pädagogischen Handreichungen stellt der ITS vorbereitete Materialien zu den Themen der Workshops für den Unterricht zur Verfügung. Dies umfasst neben ausgewählten Dokumenten auch methodisch-didaktische Anleitungen zur Arbeit mit den historischen Zeugnissen. Einige der Materialien eignen sich speziell für den bilingualen Unterricht, da es sich um Dokumente der Alliierten in englischer Sprache handelt.

  • Archivpädagogische Betreuung von Lerngruppen

    Der ITS bietet als außerschulischer Lernort Schulklassen, Studierenden und Projektgruppen die Möglichkeit eines Recherchebesuchs in Bad Arolsen. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über den ITS und seine Dokumentenbestände und haben die Möglichkeit an modernen Workstations eigenständig im Digitalen Archiv zu recherchieren. Sie werden dabei fachlich und pädagogisch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ITS unterstützt. Recherchebesuche werden vom ITS im Vorfeld in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften vorbereitet.

  • Beratung und Begleitung: pädagogische Projekte und Gedenkinitiativen

    Der ITS engagiert sich in Bildungs- und Erinnerungsnetzwerken und arbeitet mit nationalen und internationalen Partnern zusammen. Hierzu gehört die Beteiligung an Bildungsveranstaltungen, Publikationsprojekten und Ausstellungen. Oft geht es darum, im engen Austausch bei der Suche nach Dokumenten zu helfen oder eine thematische Auswahl von Quellenmaterial mit methodisch-didaktischen Hinweisen bereitzustellen. Bei allen Kooperationsprojekten greift der ITS auf die Bestände seines Archivs zurück und bringt sich mit seiner Expertise zur Geschichte und der Arbeit mit den Dokumenten ein.

    Reiner Becker ist Landeskoordinator des beratungsNetzwerks hessen. Im Interview berichtet er über gemeinsame Projekte mit dem ITS.

Die Pädagogen konnten durch die aufgezeigten Zugänge neue Formen der Wissensvermittlung in der Schulbildung entdecken.

Ilya Altman, Historiker und Co-Vorsitzender des Holocaustzentrums in Moskau

Bitte kontaktieren Sie uns:

  • Wenn Sie an einem Workshop teilnehmen möchten, oder wenn wir eine Veranstaltung in Ihrer Einrichtung organisieren sollen.
  • Wenn Sie mit einer Gruppe nach Bad Arolsen zu einem begleiteten Recherchebesuch kommen möchten.
  • Wenn Sie eine Beratung für ein pädagogisches Projekt oder ein Projekt in der Erinnerungsarbeit benötigen.