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„Ich habe eine neue Chance zum Leben erhalten“

Bild zeigt: Dokumente des ITS über Displaced Persons (DPs)

Dokumente des ITS über Displaced Persons (DPs)

Vier pädagogische Handreichungen zu Displaced Persons (DPs)

Nach 1945 lebten rund zehn Millionen von Nazi-Deutschland verschleppte Menschen als sogenannte Displaced Persons (DPs) in Europa. Für diese Überlebenden der NS-Verfolgung, des Holocaust und der Zwangsarbeit richteten die Alliierten DP-Camps ein. Dort versuchten die Menschen, zu genesen, das Erlittene zu bewältigen und zugleich ihre Zukunft zu planen. Um welche Entscheidungen ging es dabei? Wie unterstützen die Alliierten die DPs?

Auf der Basis ausgewählter Dokumente und Fotos werden in diesen Unterrichtsmaterialien unterschiedliche Aspekte der DP-Geschichte und verschiedene Lebenswege vorgestellt. Das erste Heft widmet sich als Prolog der Frage, was von den ermordeten Opfern blieb - und was Erinnerung an die Ermordeten für Überlebende bedeuten kann. Ausgangspunkt ist die Brieftasche eines im KZ Mauthausen ermordeten deutschen Sinto.

Wie DPs wieder eigene Identitäten entwickelten oder an alte Identitäten anknüpften, ist Gegenstand des zweiten Heftes. Hier wird auch die Frage aufgeworfen, wie Kollaborateure aus den von Deutschland besetzten Ländern versuchten, sich den DP-Status anzueignen.

Kinder, die nach dem Überleben der NS-Verfolgung ohne Familien waren, lebten in eigens eingerichteten DP-Kinderzentren. Der Child Search Branch des ITS versuchte, verschollene Kinder zu finden und überlebende Kinder mit Angehörigen zu vereinen. Die Verfolgung und das Überleben der Kinder, illustriert auch anhand von Einzelschicksalen, sind Thema des dritten Heftes.

Millionen Überlebende hatten den Wunsch, Europa möglichst weit hinter sich zu lassen. Über persönliche Schicksale und Entscheidungen wird im vierten Heft dargestellt, welche Hürden vor einer Emigration standen und mit welchen Hoffnungen Überlebende zum Beispiel Australien als neue Heimat wählten. Das Themenfeld „Emigration“ wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und berücksichtigt auch problematische Aspekte der DP-Geschichte: Um nicht für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden, tarnten sich zum Beispiel nichtdeutsche Kollaborateure als DPs.

Die vier pädagogischen Hefte über DPs bieten Einführungen ins Thema, biografische Aufzeichnungen, Interviews und Impulse für die pädagogische Arbeit. Sie werden durch Hintergrundinformationen ergänzt.

Das Material soll dazu anregen, das Thema DPs in der schulischen und außerschulischen Bildung für Jugendliche zu behandeln. Durch den Abdruck von englischsprachigen Dokumenten ist der Einsatz im bilingualen Unterricht möglich.

Die pädagogischen Handreichungen wurden gemeinsam mit dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt entwickelt. Sie sind begleitend zu der ITS-Wanderausstellung »„Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945« erschienen, die aus Mitteln der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) gefördert wurde.

Die Unterrichtsmaterialien „Displaced Persons – Pädagogische Handreichungen“ können hier kostenfrei als Download bezogen werden. 

Multiplikatoren können einen Satz der Hefte unter historical-research[at]its-arolsen.org beim ITS in Bad Arolsen anfordern.

1. Prolog: „Was von Ermordeten blieb“ Bruchstücke eines Lebens. Die Brieftasche des Sinto Heinrich Laubinger

2. „Claimed Nationality. Desired Destination“. Neue, anerkannte und falsche Identitäten

3. „Im Ganzen erholen sich die Kinder gut (…) Sie wünschen sich einen Neuanfang.“ Der Child Search Branch (Bilingual)

4. „Weit weg von Europa“ oder „Das Leben in Australien war ganz anders“