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„Karteikarten und Menschen – Fenster in die Vergangenheit“

Im Januar 1939 wurde auf Anordnung Hermann Görings die „Reichsvereinigung der Juden“ in Deutschland gegründet. Diese war eine Zwangsorganisation, der sämtliche im Altreich lebenden deutschen und „staatenlosen“ Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden galten, angehören mussten. Sie war für alle Lebensbereiche der Juden „zuständig“. Zugleich diente sie als „Verbindungsstelle“ zwischen Staat und jüdischer Bevölkerung, über die die Arbeit der jüdischen Einrichtungen überwacht sowie die antisemitischen Diskriminierungsmaßnahmen bekannt gemacht wurden. Das mehr als 32.000 Karteikarten umfassende Konvolut befindet sich im Original im Archiv des International Tracing Service (ITS).

Der ITS konnte in einer Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum Berlin und der Freien Universität Berlin eine pädagogische Handreichung, basierend auf den Resten der Kartei der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland erarbeiten. Unterstützt wurden die Partner dabei von der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten der Stadt Berlin.

Um die Öffentlichkeit und Wissenschaftler auf diesen einzigartigen Fundus aufmerksam zu machen und einen ersten Zugang zu ermöglichen, wurde das Unterrichtsmaterial in einer 26-seitigen Broschüre unter dem Titel „Karteikarten und Menschen - Fenster in die Vergangenheit“ veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen fünf Schicksale Berliner jüdischer Kinder und Jugendlicher, denen es gelang, die Shoah zu überleben.

Ausgesandt wird das pädagogische Material an Pädagogen der universitären, schulischen und außerschulischen Bildung, Lehramtsstudierende, Mitarbeiter von Gedenkstätten, Museen und Einrichtungen, die sich in der Bildung engagieren. Das Material kann per E-Mail angefordert werden, die Abgabe findet kostenlos statt.