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Glossar

  • Allgemeine Aufträge oder Anfragen

    Als allgemeine Aufträge bezeichnet der ITS Anfragen, in denen es nicht um Einzelschicksale oder Forschungsprojekte geht, wie zum Beispiel Nachfragen zur Einrichtung, zum Besucherdienst oder zu Veröffentlichungen.

  • Alliierte Hochkommission für Deutschland

    Abkürzung: HICOG

    Die Allied High Commission for Germany (Alliierte Hochkommission für Deutschland) war eine Einrichtung der Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich. Sie begann ihre Arbeit am 21. September 1949 und vereinte die Aufgaben einer internationalen Organisation mit Regierungsfunktionen, einer gemeinsamen diplomatischen Vertretung dreier Staaten und die der deutschen Bundesregierung. Die Alliierte Hochkommission wurde mit Inkrafttreten des Deutschlandvertrags am 5. Mai 1955 aufgelöst.

  • Alliiertenbefehl Nr. 163

    Im Dezember 1945 und Januar 1946 erließen die vier Militärregierungen Anordnungen an die deutschen Behörden zur Unterstützung der Suchbüros in ihren jeweiligen Zonen. Diese Befehle verlangten Nachforschungen über Ausländer, die sich seit September 1939 kurzfristig oder dauerhaft, freiwillig oder erzwungen in dem jeweiligen Verwaltungsbereich aufhielten. Auch über den Verbleib deutscher Juden wurde Auskunft verlangt. Die hierbei zusammengeführten Informationen wurden nach bestimmten Kategorien gelistet. Dem ITS liegen über zwei Millionen dieser Listen vor.

  • Alphabetisch-phonetisches System

    Die Hinweiskarten der Zentralen Namenkartei im Archiv des ITS werden nicht nur nach Buchstaben (alphabetisch), sondern auch nach Aussprache (phonetisch) geordnet. So lassen sich die Dokumente zum Schicksal eines Menschen auch bei verschiedenen Schreibweisen finden.

  • American Jewish Joint Distribution Committee

    Abkürzung: AJDC, JDC, Joint

    Eine 1914 gegründete weltweit tätige jüdische Hilfsorganisation. Das American Jewish Joint Distribution Committee ist auch unter der Kurzform "Joint" bekannt.

  • Amt für die Erfassung der Kriegsopfer Berlin

    Abkürzung: AEK

    Die 1945 gegründete Nachfolgeinstitution des Zentralnachweisamtes für Kriegsgräber und Kriegsverluste (ZAK) mit breitem Aufgabenspektrum, zu dem sowohl Gräbererfassungen, Nachforschungen nach Kriegsgefangenen, Beurkundungen von KZ-Sterbefällen sowie Nachlassverwaltung gehörten. Als das AEK 1951 mit der Deutschen Dienststelle (WASt) zusammengelegt wurde, erhielt der ITS einen Teil der Unterlagen.

  • Anfragekarte

    Eine Anfragekarte wird für neue Anfragen an den ITS erstellt. Für jeden Namen/jede Schreibweise wird eine eigene Karte angelegt. Diese enthält in Kurzform auch Informationen zum Verfolgungsweg und zum Antragsteller. Das Original wird in der elektronischen Zentralen Namenkartei abgelegt, eine Kopie im T/D-Fall.

  • Antisemitismus

    In den 1870er Jahren in Europa geprägter Begriff für Judenhass, der als Sammelbegriff für verschiedene Formen der modernen bis gegenwärtigen Judenfeindschaft und des Judenhasses gelten kann. Der Antisemitismus nach 1933 gipfelte im Holocaust.

  • Arbeitsbuch

    Das Arbeitsbuch wurde für alle Personen, die im nationalsozialistischen Deutschland gearbeitet haben, vom Arbeitsamt ausgestellt. Über die Personalien hinaus beinhaltet das Buch Informationen über die Berufsausbildung, Arbeitgeber und Beschäftigungszeiten.

  • Arbeitserziehungslager

    Abkürzung: AEL

    Die Arbeitserziehungslager entstanden während des Zweiten Weltkriegs im nationalsozialistischen Deutschland. Sie unterstanden ausschließlich der Gestapo. Als Teil der Repressionspolitik dienten sie dazu, zunächst deutsche Arbeitskräfte, später hauptsächlich ausländische und vor allem osteuropäische Zivilarbeiter für eine begrenzte Dauer zu inhaftieren. Die Haft wurde als rein polizeiliche Maßnahme zu "Erziehungszwecken" bewertet, weshalb eine Inhaftnahme ohne gerichtliche Verurteilung möglich war. Die Haft- und Arbeitsbedingungen waren mit denen in den Konzentrationslagern vergleichbar.

  • Arbeitskarte

    Die Arbeitskarte beinhaltet Informationen über den Arbeitseinsatz eines Häftlings innerhalb eines Konzentrationslagers oder in den Außenkommandos. Teilweise sind auch Überstellungsdaten in andere Einsatzgruppen vermerkt. Auch für Zwangsarbeiter wurden Arbeitskarten ausgestellt, die den Arbeitseinsatz in Betrieben wiedergeben.

  • Archivanfragen

    Anfragen an den ITS für Forschungszwecke, Ausstellungen oder pädagogische Projekte.

  • Arier

    Ethnologisch-sprachwissenschaftlicher Begriff für Völker im Iran und Indien, die ähnliche Sprachen haben, im 18. Jahrhundert fälschlicherweise gleichbedeutend mit "indogermanisch" verwendet. In der pseudowissenschaftlichen NS-Rassenlehre wurde "Arier" als Sammelbegriff für "nordisches", "deutsches und artverwandtes Blut", vor allem im Gegensatz zu Juden sowie Sinti und Roma benutzt.

  • Asoziale

    Als „asozial“ wurden Menschen bezeichnet, die in den Augen der Nationalsozialisten „das Leben der Volksgemeinschaft störten“. Dazu zählten unter anderem Wohnungslose, Bettler, Fürsorgeempfänger, Alkoholiker,  Prostituierte. Zahllose Menschen, die in diesem Sinne als „asozial“ galten, wurden verfolgt, in Konzentrationslagern interniert und zwangssterilisiert.

  • Auffanglager

    Auffanglager sind in der Regel Lager, in denen Flüchtlinge Zuflucht finden. Einige Länder begannen mit Kriegsbeginn insbesondere entlang der Grenzen zum nationalsozialistischen Deutschland Auffanglager für jüdische Flüchtlinge einzurichten. Einige dieser Lager, beispielsweise das niederländische Kamp Westerbork, fielen durch die territoriale Ausbreitung im Laufe des Zweiten Weltkrieges in die Hände der Nationalsozialisten, welche die Lager übernahmen und für ihre Zwecke umfunktionierten.

  • Aufträge, Anfragen

    Anfragen oder Aufträge, die den ITS per Post oder per Email erreichen. Eine einzelne Anfrage kann mehrere Personen oder Themen betreffen. Sie fließt in eine Statistik ein.

  • Außenlager, Außenkommando

    Im nationalsozialistischen Lagersystem existierten neben den Stammlagern zahlreiche Außenlager. Alle Stammlager hatten Außenlager bzw. Außenkommandos von unterschiedlicher Struktur, Größe und Dauer. Es gab etwa mobile Außenkommandos, die von SS-Wachmannschaften bewacht wurden und bei denen die Häftlinge nach ihrem täglichen Arbeitseinsatz wieder in das Hauptlager zurückkehrten, sowie Außenlager, die sich in ihrer Struktur nicht sehr von einem Stammlager unterschieden. Formal unterstanden sie der Verwaltung und der Verfügungsgewalt des Stammlagers.

  • Austausch- oder Aufenthaltslager

    Ein Austausch- oder Aufenthaltslager diente dem nationalsozialistischen Regime als Internierungsstätte für Juden und Ausländer, die gegen deutsche Zivilinternierte sowie gegen Rohstoffe oder Devisen ausgetauscht werden sollten. Die Häftlinge dienten auch als Geiseln, um neutrales oder wohlwollendes Verhalten anderer Länder zu garantieren. Die allgemeinen Zustände waren vergleichsweise besser als in anderen Lagern, verschlechterten sich aber gegen Kriegsende zusehends. Nur ein Teil der Inhaftierten konnte durch Austausch etwa in die Schweiz ausreisen, für Viele war das Aufenthaltslager nur eine Zwischenstation bis zum Weitertransport in die Vernichtungslager.