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Glossar

  • Deportation

    Gewaltsame Verschleppung von Menschen aus ihrer Heimat. Die Nationalsozialisten deportierten Juden, Sinti und Roma und andere Minderheiten in Konzentrationslager zwecks Ausgrenzung, Isolation, Ausbeutung und Ermordung. Dabei verschleierte die Bürokratie die eigentliche Absicht der Deportation hinter euphemistischen Begriffen wie "Evakuierung" oder "Umsiedlung". Die Deutschen verschleppten darüber hinaus Millionen Kriegsgefangene und Zivilisten aus ihren Heimatländern, um sie als Zwangsarbeiter nach Deutschland zu bringen.

  • Detainment Camp

    Der Begriff wurde während des Zweiten Weltkrieges für Inhaftierungslager verwendet, im welchem bestimmte Gruppen oder so genannten "feindliche Ausländer" festgehalten wurden. Ein Beispiel ist das britische Detainment Camp auf Mauritius, in dem zwischen 1940 und 1945 jüdische Flüchtlinge aus Europa inhaftiert wurden, denen die Einreise nach Palästina verwehrt wurde.

  • Deutsche Dienststelle

    Abkürzung: WASt

    Die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht nahm am 26. August 1939 unter der Bezeichnung „Wehrmachtauskunftstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene“ (WASt) als Dienststelle des Oberkommandos der Wehrmacht ihre Tätigkeit auf. Im Januar 1951 erfolgte die Umbenennung, wobei sich die in der heutigen Behördenbezeichnung enthaltene Abkürzung von dem ursprünglichen Namen ableitet. Die Einrichtung ist vor allem für Auskünfte und Bescheinigungen über Kriegssterbefallanzeigen, Todeserklärungsverfahren, Kriegsgräber, Klärung von Vermisstenschicksalen, Feldpostnummern, Nachlässe, Dienstzeit, Kriegsgefangenschaft, Kriegsopferversorgung, Reichsarbeitsdienst und Wehrstrafsachen zuständig.

  • Displaced Persons

    Abkürzung: DP, DPs

    Als Displaced Persons werden Menschen bezeichnet, die am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und teilweise aus Kriegsgefangenschaft befreit wurden. Sie waren unter anderem in DP-Camps untergebracht, wurden repatriiert oder emigrierten.

  • Dokumenten-Auszug

    Ein vom ITS maschinenschriftlich ausgefüllter Vordruck mit allen über einen Verfolgten vorhandenen Informationen aus den Originaldokumenten der Konzentrationslager. Dieser konnte als Nachweis bei rechtlichen Abgelegenheiten, Entschädigungsverfahren oder Rentenansprüchen verwendet werden. Wird heute nur noch in Einzelfällen erstellt.

  • Dokumentenerwerb

    Zu den Aufgaben des ITS gehörte neben dem Aufbewahren und Ordnen auch das Sammeln von Dokumenten. Dies geschah beim sogenannten Dokumentenerwerb. Mitarbeiter des ITS erstellten Kopien in verschiedenen Archiven, insbesondere nach der Öffnung der Grenzen in Osteuropa in den 90er Jahren. Mitunter wurden dem ITS auch Originale überlassen oder zugesandt. 2006 wurden der systematische Dokumentenerwerb eingestellt, da inzwischen weitgehend alle Archive zugänglich sind. Dokumentenerwerb findet nur noch vereinzelt statt.

  • DP-Lager

    Von den Alliierten eingerichtete Lager für Displaced Persons. Damit konnten sie deren Unterbringung, medizinische Versorgung und Ernährung gewährleisten und ihnen weitere Hilfe zuteil werden lassen. Die Alliierten nutzten für die DP-Lager unter anderem ehemalige Konzentrationslager, ehemalige Wehrmachtsgebäude, Krankenhäuser oder private Gebäude. In den Camps entstand ein vielfältiges kulturelles, soziales und religiöses Leben. Einige der Lager bestanden bis in die frühen 1950er Jahre. Das letzte DP-Lager wurde 1959 aufgelöst.

  • Durchgangslager

    Diese Lager dienten als Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager.